Mit diesen Power-Posen könnt ihr euer Selbstbewusstsein pimpen

Sie heißen Wunderfrau, Performer oder Obama: Körperhaltungen, die selbstbewusst machen sollen. Einer Wissenschaftlerin zufolge sind effektiver als traditionelle Techniken, sich Selbstvertrauen einzuflößen.

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Diese Pose heißt (überraschenderweise) „Der Obama“. © picture alliance / Photoshot

Die Professorin Amy Cuddy von der Harvard Business School hat sie in ihrem Buch „Präsenz“ dargestellt. Sie empfiehlt, die Körpersprache erfolgreicher Menschen nachzuahmen. Denn: Diese „Power-Posen“, wie Cuddy sie nennt, seien effektiver als traditionelle Techniken, sich Selbstvertrauen einzuflößen. Sich selbst einzureden, wie großartig man ist, sei schwieriger.

Cuddy, die an der Harvard Business School lehrt, glaubt, dass die Einstellung eines Menschen sich oft aus seinem Verhalten ergibt. Dies bedeute, dass die richtige Körpersprache die Stimmung ändern kann.

Schon in einem inzwischen in den USA bekanntgewordenen Vortrag auf einer Innovationskonferenz sprach die Wissenschaftlerin über Möglichkeiten, die Körpersprache zu nutzen, um sich selbstgewiss zu fühlen.

In ihrem neuen Buch, das in Deutschland den Titel „Dein Körper spricht für dich“ haben wird, stellt sie diese Kniffe in einen größeren Zusammenhang. Diese kleinen Eingriffe in die Körpersprache und die Denkweise könnten psychlogische und verhaltensbezogene Verbesserungen bewirken, argumentiert Cuddy.

Die Körpersprache wirkt direkter auf die Stimmung als andere Tricks

Power-Posen sind ein Beispiel dafür, was Cuddy einen „Körper-Verstand-Schubs“ nennt. Diese sollen helfen, psychologische Blockaden zu überwinden. Sonst sei es schwierig, sich einzureden, großartig zu sein, wenn man dies in diesem Moment doch eindeutig nicht glaubt.

Diese Pose heißt „Wunderfrau“. © Amy Cuddy/TED

Ansätze wie Power-Posen haben nach Ansicht von Cuddy zwar einen primitiveren, aber doch direkteren Zugang zu unserem Verstand als der Ansatz, sich selbst mit Worten einzureden, wie selbstbewusst man sei.

Die Körpersprache einer mächtigen Person anzunehmen, beeinflusse das Verhalten anderer Menschen auf uns.

Wenn unsere Körpersprache souverän und offen ist“, so Cuddy, „reagieren andere Menschen auf eine Weise, die unbewusst nicht nur ihre Wahrnehmung von uns verstärkt, sondern auch unsere Wahrnehmung von uns selbst.“

Probiert doch einfach mal einige der Energie-Posen aus, die eure Selbstsicherheit im Job fördern können.

Wenn du ein Geschäft abschließt, lege deine Hände auf den Tisch vor dir und lehne dich nach vorn

Wenn ihr auf der Zielgeraden eurer Präsentation ankommt und davor seid, dem Geschäftspartner euer Angebot zu unterbreiten, dominiert den Raum mit einer Pose, die Amy Cuddy „Der Frauenheld“ nennt.

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Indem ihr euch nach vorne lehnt, während ihr auf dem Boden steht, zeigt ihr Engagement und Überzeugung. Diese Pose soll laut Cuddy an Lyndon B. Johnson erinnern, der als US-Präsident auf John F. Kennedy folgte. Johnson sei fast zwei Meter groß gewesen und habe seine Statur wohlüberlegt eingesetzt, um einzuschüchtern und zu verführen, sagt Cuddy.

Wenn ihr eine neue Idee präsentiert, legt die Füße auf den Tisch, schließt eure Arme hinter dem Kopf und lehnt euch zurück

Diese Pose heißt „Der Obama“, weil US-Präsident Barack Obama oft mit seinen Füßen auf dem Tisch seines Amtszimmers Oval Office gesehen werden kann.

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Man muss sich schon überwinden, um seine Füße vor einem Gesprächspartner auf den Schreibtisch — und zwar möglichst den eigenen Tisch — zu legen. Aber Cuddy versichert, dass dies zusammen mit den Händen hinter dem Kopf dazu führt, dass man eher gewinnbringende Risiken eingeht. So zum Beispiel, dass man etwa seine nächste großartige Idee direkt laut ausspricht.

Stellt euch vor einem Bewerbungsgespräch breit auf die Beine und streckt eure Arme in V-Form nach oben

© Melia Robinson / Business Insider

Eine kraftgebende Pose im Büro des Gesprächspartners zu machen, könnte als unflätig oder rüpelhaft wahrgenommen werden, fürchtet Cuddy. Da hilft es auch nichts, wenn man sich danach besser fühlt.

Cuddy empfiehlt deshalb als Alternative eine Pose, die sie zu Ehren des britischen Sängers Mick Jagger „Der Performer nennt. Streckt noch vor dem Gespräch eure Hände in die Luft und macht eure Grundhaltung breiter — als ob ihr euch nach der Zugabe zu einem Auftritt im Applaus badet.

Macht dies im Treppenhaus auf dem Weg zum Büro oder auf der Toilette, bevor ihr euch am Empfang anmeldet, damit es niemand sieht. Die Stellung sollte für zwei Minuten beibehalten werden, um die Hormonveränderung in Bewegung zu setzen und genug Selbstvertrauen zu bekommen, um das Job-Interview mit links zu meistern.

Legt bei einem Gespräch euren Arm auf die Lehne des Stuhls, spreizt die Beine auseinander und lehnt euch zurück

Sich nicht nur mental, sondern auch körperlich zurückzulehnen, ist der beste Weg, um das Selbstvertrauen und das Wohlbehagen zu verbessern — wenn ihr zum Beispiel selbst einen Bewerber für einen Job in die Mangel nehmt.
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Diese Abwandlung der Haltung „Der Obama“ betont die offene Haltung des Körpers, während die Füße auf dem Boden bleiben. Cuddy nannte diese Haltung in einem Interview „Der CEO“, nachdem sie ein Foto von Oprah Winfrey gesehen hatte. Eine Abwandlung wäre, die Hände hinter den Kopf und einen Fußknöchel auf das Knie zu legen.

Beim Gespräch mit dem Vorgesetzten hilft es, die Brust rauszustrecken, die Hände auf die Hüfte zu legen und mit den Beinen hüftbreit zu stehen

Wenn der Chef euch unerwartet bei der Kaffeemaschine begegnet, könntet ihr nervös werden. Und euch bemühen, eine besonders interessante Antwort auf die Frage „Wie war das Wochenende?“ zu finden.
© Melia Robinson / Business Insider

Für diesen Fall empfiehlt Cuddy eine klassische Kampfpose, die sie „Die Wunderfrau“ nennt. Hebt dabei das Kinn an, um das Gefühl von Energie auszureizen.

Von Melia Robinson, Shana Lebowitz und Andreas Maisch auf Business Insider Deutschland.


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