Pressekonferenz des Grauens: Soll das jetzt vier Jahre so weitergehen?

Am Mittwoch lud Donald Trump zur ersten Pressekonferenz seit seiner Wahl zum US-Präsidenten. Wir haben für euch die wichtigsten Punkte zusammengefasst.

Wo Donald Trump seine erste Pressekonferenz abhielt? Natürlich im Trump Tower. © dpa

169 Tage sind seit Donald Trumps letzter Pressekonferenz vergangen. Dementsprechend viel gab es zu diskutieren – die Mauer zu Mexiko, russische Bettgeschichten und der Trump-Klassiker: die „Lügenpresse“.

1. Russische Sexorgien: „It’s all fake news“

Buzzfeed (Trump: „ein versagender Haufen Müll“) veröffentlichte vor kurzem ein 35-seitiges Dossier, das angeblich von einem ehemaligen britischen Geheimdienstmitarbeiter zusammengestellt wurde. Es handelt von Trumps Beziehungen zu Russland. Dieser hätte angeblich in einem Moskauer Hotel Sexorgien veranstaltet, die vom russischen Geheimdienst mitgefilmt wurden. Außerdem hätten sich Mitarbeiter Trumps mit Kreml-Beamten getroffen. Und: Die russische Regierung hätte gezielt ihren Lieblingskandidaten Trump mit Hackingangriffen auf Konkurrentin Hillary Clinton gestärkt. Bislang ist noch nichts von dem, was in diesem Dossier steht, bewiesen.

[Mehr Informationen zu dem veröffentlichten Dossier findet ihr auf Zeit Online]

Trumps bestreitet die Vorwürfe. Es seien alles „fake news“. Seinen Mitarbeiter*innen sage er auf Reisen stets: „Seid vorsichtig, denn in euren Hotelzimmern und egal, wohin ihr geht, es gibt vermutlich Kameras.“ Angesprochen auf das vermeintliche Sexvideo mit Prostituierten, sagte er, er habe Probleme mit Keimen.

2. Die Mauer zu Mexiko kommt

„Wir werden eine Mauer bauen. Ich könnte anderthalb Jahre warten, bis wir mit den Verhandlungen mit Mexiko beginnen“, sagte der neue POTUS (President of the United States of America). „Aber ich fühle mich nicht danach, noch anderthalb Jahre zu warten.“ Er glaube außerdem, dass Mexiko den USA „die Kosten für den Bau erstatten wird“. Mexiko ist da bislang zwar anderer Meinung, aber hey: Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

3. Wie schaut’s mit den Steuern aus?

Auf die Frage eines Journalisten, ob Trump seine Steuererklärung veröffentlichen werde, wie das für Präsidenten eigentlich üblich ist, antwortete dieser: „Ach, das interessiert doch keinen. Das interessiert nur euch Journalisten.“ Die New York Times veröffentlichte während des Wahlkampfs Dokumente, die belegen, dass der Millionär Trump kaum Steuern zahle. Zu den Vorwürfen sagte der damalige Präsidentschaftskandidat in einem TV-Duell, dass dies nur beweise, wie schlau er wäre.

4. Obamacare

Das von Obama eingeführte Gesundheitssystem sei nach wie vor „ein Desaster“, welches möglichst schnell mit einem besseren Modell zu ersetzen sei. Wie dieses bessere Modell aussehen soll, ist unbekannt.

5. „Viele Medienleute sind einfach unehrliche Menschen“

Und das ließ er die anwesenden Reporter*innen auch spüren. „Nicht du“, „Deine Organisation ist schlecht“ oder „Dir gebe ich keine Frage, du bist fake news“ sind nur einige der Aussagen, die sich unliebsame Journalist*innen anhören mussten – selbst, wenn diese von renommierten Medienhäusern wie der Washington Post oder dem CNN kamen.