Razzia bei Lovoo – der große Betrug mit der großen Liebe

Mit Liebe ist nicht zu spaßen. LKA und Staatsanwaltschaft durchsuchten mehrere Wohnungen und die Firmenräume der Dating-App Lovoo in Dresden und Berlin. Die Geschäftsführer wurden festgenommen.

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Polizeieinsatz bei Dating-Portal Lovoo Foto: Arno Burgi/dpa

Mehr als 50 Millionen Menschen weltweit nutzen die Dating-App Lovoo. Sie hoffen, damit die große Liebe zu finden. Das Einzige, was sie in vielen Fällen jedoch gefunden haben: einen gigantischen Betrug.

Anonyme User spielten dem Fachmagazin c’t schon 2015 Belege dafür zu, dass die Dating-App mit – vorwiegend weiblichen – Fake-Profilen ihre Nutzer betrügt. Ganze E-Mail-Verläufe aus der Führungsriege des Dating-Unternehmens wiesen nach Angaben von c’t auf systematischen Betrug hin. Ein Anwalt von Lovoo wies die Vorwürfe jedoch zurück – es würde sich um eine Fälschung des Datenpakets und der E-Mails handeln.

Insgesamt rund 200 Polizisten und Beamte der Staatsanwaltschaft durchforsteten jetzt die Firmenräume von Lovoo und 16 Wohnungen, darunter auch die Privatwohnungen der Geschäftsführer. Dabei wurden nach Informationen des Landeskriminalamtes zahlreiche Unterlagen und Datenspeicher sichergestellt.

Der Unternehmensführung der Liebes-App wird vorgeworfen, etliche gefälschte weibliche Profile eingesetzt zu haben, um zahlungswillige männliche Nutzer abzuzocken. Nicht alle Funktion der App kosten Geld; wenn ein männlicher Kunde jedoch sieht, dass jemand auf seinem Profil war und wissen will, wer, muss er eine VIP-Mitgliedschaft abschließen. Und zahlen – für Kontakte zu Frauen, die überhaupt nicht existieren. Laut Spiegel Online beläuft sich der Schaden mittlerweile auf circa eine Million Euro.

Abgeschaltet wurde Lovoo bisher übrigens nicht.