Banner mit „Refugees Welcome“ heißt Geflüchtete an der Freiheitsstatue willkommen

Die Freiheitsstatue begrüßt seit 1886 ankommende Einwandernde in den Vereinigten Staaten. Aktivist*innen haben die US-Regierung mit einer Protestaktion an die Geschichte ihres Landes erinnert.

Die Freiheitsstatue begrüßt seit 130 Jahren Einwandernde und Geflüchtete. © cdlittlefield / Instagram

Mutter der Geflüchteten

„Gebt mir Eure Müden, Eure Armen, Eure geknechteten Massen, die frei zu atmen begehren, die bemitleidenswerten Abgelehnten Eurer gedrängten Küsten. Schickt sie mir, die Heimatlosen, vom Sturme Getriebenen, hoch halte ich mein Licht am goldenen Tor!“ lautet ein Teil der Inschrift, die seit 1903 den Sockel der Freiheitsstatue schmückt. Die Lady Liberty steht seit ihrer Aufstellung für die Identität der USA als Einwanderungsland und als Nation, in der jeder es vom Tellerwäscher zum Millionär schaffen könne.

In einer Protestaktion haben nun Aktivist*innen an diese kulturelle Geschichte der Freiheitsstatue und der USA erinnert. Sie entrollten ein Banner mit der Aufschrift „Refugees Welcome“ am Sockel der Lady Liberty und stellten sich damit bewusst gegen die von der Trump-Regierung eingeführten Sanktionen für Eingewanderte und Menschen auf der Flucht.

#NoHate #NoFear #RefugeesAreWelcomeHere #StatueOfLiberty #NewYorkCity

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Einreisestopp und Deportationen

Die USA haben eine lange Tradition als Einwanderernation. Vor allem Ende des 19. Jahrhunderts und während des Ersten und Zweiten Weltkrieges immigrierten Menschen aus der ganzen Welt in die Vereinigten Staaten. Zwischen 1892 und 1954 sollen etwa zwölf Millionen Immigrierende Ellis Island und damit auch die Freiheitsstatue auf der Suche nach einer neuen Heimat passiert haben.

Die Trump-Regierung scheint jedoch nicht weiter an diese Tradition anknüpfen zu wollen. Zunächst hatte Trump im Januar Flüchtenden und Einreisenden aus sieben überwiegend muslimisch geprägter Nationen das Betreten amerikanischen Bodens untersagt. Im Februar folgte eine Ankündigung, härter gegen Menschen vorzugehen, die sich illegal in den USA aufhielten, unabhängig von ihren familiären Bindungen und den Konsequenzen, die eine Ausweisung in ihre Heimatländer für sie haben könnte. Sowohl dem so genannten muslim ban, als auch der Ankündigung der verschärften Sanktionen, folgten bereits landesweite Proteste. Die Vereinnahmung der Freiheitsstatue wird also vermutlich nicht die letzte Aktion von Trumpkritiker*innen bleiben.