Resting Bitch Face: Warum uns dieser Gesichtsausdruck so ein ungutes Gefühl gibt

Der Begriff „Resting Bitch Face“ hat im vergangenen Jahr Karriere gemacht. Kristen Stewart und Kanye West gelten als Paradebeispiele für den genervt-gelangweilten Gesichtsausdruck. Jetzt ist klar, warum uns die Mimik so auf den Keks geht.

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Don't gimme that look! © Getty Images

Es gibt diesen Blick, der dir sofort ein schlechtes Gefühl gibt – das Gefühl, dass du nervst oder sogar Schuld daran bist, dass es der anderen Person schlecht geht. Seit vergangenem Jahr hört dieser Gesichtsausdruck auf den Namen Resting Bitch Face (RBF). Stars wie Kanye West oder Kristen Stewart sind die Aushängeschilder für diese Visage.

Wann ist ein Gesichtsausdruck ein „Resting Bitch Face“?

Warum aber gibt uns dieses Gesicht so ein ungutes Gefühl? Die Antwort kommt von den Verhaltensforschern Abbe Macbeth und Jason Rogers, die für Noldus Consulting arbeiten. Dort haben sie den „FaceReader“ entworfen, der Gesichter analysiert und ähnlich wie unser Gehirn arbeitet. Es analysiert 500 Punkte im Gesicht. Daraus leitet es sechs Grundemotionen ab:

  • Glücklich,
  • traurig,
  • wütend,
  • ängstlich,
  • überrascht und angeekelt.

Das Verständnis über diese Emotionen existiert unter Wissenschaftler seit mehr als 50 Jahren. Jeder Mensch hat die Fähigkeit, diese Emotionen zu erkennen – unabhängig vom Alter oder der Herkunft.

Im Laufe der Zeit fügten Forscher weitere Gefühle hinzu. Eine dieser Emotionen ist relativ neu und für das RBF von entscheidender Bedeutung: „contempt“, auf Deutsch etwa Missachtung oder Geringschätzung.

Die beiden Forscher fanden heraus, dass Menschen, die ganz entspannt schauen, zu 97 Prozent ein neutrales Gesicht haben. Drei Prozent ihres Gesichtsausdrucks mischen sich aus den oben genannten Emotionen.

Doch dann gibt es noch eine zweite Gruppe. Bei ihnen sind im entspannten, normalen Gesicht doppelt so viele Emotionen im Spiel. Zu dieser Gruppe gehören auch Stars wie Kanye West oder Kristen Stewart. Eine Emotionen ist bei ihnen besonders stark ausgeprägt: „contempt“.

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© Screenshots Noldus Consulting

Alle Leute mit einem RBF eint ein spezieller Gesichtsausdruck: „Eine Seite der Lippe runtergezogen, die Augen leicht blinzelnd … oder eine leichte Anspannung um die Augen und leicht hochgezogene Lippen – aber nicht zu einem Lächeln“, sagt Macbeth.

Das besondere am RBF ist jedoch, dass es nicht so viel Verachtung zeigt, dass man es unmittelbar wahrnehmen würde. Die Gesichter sehen nur so aus, als ob sie dieses Gefühl zeigen würden. Dieser subtile, unbewusste Ausdruck ist charakteristisch für das RBF, schreiben die Wissenschaftler. Warum manche Menschen ein RBF haben und andere nicht, können die Forscher allerdings nicht sagen.

Habt ihr ein RBF? Noldes Consulting bietet euch die Möglichkeit, euer eigenes Gesicht zu testen. ze.tt hat den Service mit fünf unterschiedlichen Fotos getestet, jedoch bei keinem ein Ergebnis erhalten. Bei allen fünf Versuchen kamen Fehlermeldungen. Vielleicht habt ihr ja mehr Glück. Den Link dazu findet ihr hier.