Revolutioniert euren Kleiderschrank – und schmeißt nicht mehr so viele Klamotten weg!

Statt alte Klamotten gleich wegzuwerfen und ständig neue zu kaufen, sollten wir erst mal schauen, ob wir sie noch verkaufen oder tauschen könnten. Es wird Zeit, dass wir unseren Kleiderschrank revolutionieren!

© photocase/Armin Staudt

Neulich im Kleiderschrank. © photocase/Armin Staudt

„Schatz, ich habe nichts anzuziehen!“ Wie oft habt ihr diesen Satz schon gehört oder selbst gesagt. Dabei ist euer Kleiderschrank rappelvoll und in der Diele stapeln sich die Schuhe. Vor allem Billiganbieter wie Primark, H&M, KiK oder auch Zara haben das neue T-Shirt oder die neue Jeans oft zum Spottpreis im Angebot.

Vier von zehn Kleidungsstücken bleiben ungetragen

Die Folge: 5,2 Milliarden Kleidungsstücke besitzen die Deutschen. Aber satte 40 Prozent davon werden selten oder überhaupt nicht getragen. Das hat Greenpeace in einer aktuellen Umfrage herausgefunden.

Befragt wurden 1011 Personen im Alter zwischen 18 und 69 Jahren zum Thema Mode. Das Ergebnis: Frauen besitzen im Durchschnitt 118 Kleidungsstücke, Männer 73 Teile — ohne Strümpfe und Unterwäsche wohlgemerkt. Das findet ihr viel? Ein Drittel aller Deutschen hat sogar mehr als doppelt so viele Teile im Schrank.

Aber je mehr Kleidungsstücke gekauft werden, desto eher werden Sachen, die nicht mehr aktuell sind oder einfach nicht mehr gefallen, aussortiert. So verhalten sich zwei Drittel aller Deutschen. Ein Drittel will einfach nur Platz schaffen und denkt sich „Weg damit!“

1,5 Milliarden Kleidungsstücke landen pro Jahr im Müll

Die wenigsten machen sich die Mühe und bringen Pullover, Hemden oder Hosen zur nächsten Altkleidersammlung. 1,5 Milliarden Kleidungsstücke landen deshalb jährlich direkt im Müll. Reisst eine Naht oder ist die Sohle abgelaufen, wird sowieso weggeworfen und nicht mehr repariert. Bei Preisen von 7 Euro für ein T-Shirt oder vielleicht 25 Euro für ein Paar Sneakers lohnt sich das nicht, denken fast alle.

Oder habt ihr jemas etwas zur Reparatur gebracht? Dann verhaltet ihr euch wie die meisten. Zum Schneider geht man allenfalls, um etwas ändern zu lassen. Rund die Häfte aller Deutschen bringt Kleidung nie zur Reparatur und die meisten der 18- bis 29-Jährigen hat noch nie ein Schustergeschäft von innen gesehen.

Selbst wenn sich viele immer noch wünschen, ihre Kleidung soll irgendwie zeitlos und strapazierfähig sein, die Wirklichkeit sieht anders aus. „Mode ist zum Wegwerfartikel verkommen und genauso kurzlebig wie Plastiktüten oder Einweg-Geschirr“, sagt Kirsten Brodde, Textil-Expertin von Greenpeace. Dass bei der Produktion der Billig-Klamotten viel Chemie zum Einsatz kommt und damit eine Belastung für die Umwelt darstellt, ist auch nichts Neues. Aber die schiere Masse der Kleidungsstücke, die täglich über die Ladenkassen wandert, verschärft das Problem noch.

Immerhin: 17 Prozent der Deutschen tauschen Klamotten

Dabei gibt es Alternativen, wie ihr trotzdem an aktuelle Mode rankommt und auch noch Geld sparen könnt. Schon mal ans Tauschen gedacht?

Das machen bereits 17 Prozent aller Deutschen. „Angebote dafür gibt es genug – sei es die Tauschbörse im Internet, der Flohmarkt oder die Kleidertauschparty um die Ecke“, so Brodde. Das macht sogar Spass. Viele verkaufen ihre Sachen, die ihnen nicht mehr gefallen, auf eBay oder einem der unzähligen Second Hand Fashion-Portalen. Also revolutioniert euren Kleiderschrank.

Wenn ihr das nächste Mal was aussortiert, nicht gleich wegwerfen, sondern checken, ob die Sachen anderen vielleicht noch gefallen könnten und verkaufen oder tauschen. Nicht nur die Umwelt wird es euch danken.

Redaktion: Ralf Balke


 

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