Schwere Lebenskrisen lassen dein Gehirn altern

Schicksalsschläge können das Hirn nachhaltig verändern. Aber auch Rassismuserfahrungen wirken sich negativ auf Denk- und Gedächtnisleistung aus.

Schwere Krisen und der damit verbundene Stress können das Hirn nachhaltig verändern. Foto: Pexels | CC0 Lizenz

Stressige Lebenssituationen lassen das Gehirn altern, das legt eine Studie der Wisconsin University nahe. Wie The Washington Post berichtet, wurden die Denk- und Gedächtnisfähigkeiten von 1.320 Menschen mittleren Alters getestet. Alle Teilnehmenden hatten im Laufe ihres Lebens mehrere Schicksalsschläge erlitten, darunter der Verlust eines Jobs, Armut, Scheidungen, der Tod eines Kindes sowie Erfahrungen mit alkohol- oder drogenabhängigen Eltern. Unter den Teilnehmenden waren 1.232 weiße und 82 US-Amerikaner*innen of color.

Das Ergebnis: Je mehr stressige Lebenssituationen die Menschen erlitten, desto schlechter waren ihre kognitiven Fähigkeiten im Alter. US-Amerikaner*innen of color seien im noch höheren Maße betroffen, da sie bis zu 60 Prozent mehr Stress im Leben erfahren. Mit jedem Schicksalsschlag altere ihr Gehirn um vier Jahre, so die Wissenschaftler*innen. Ob sie dadurch auch anfällig für Alzheimer sind, muss noch durch weitere Untersuchungen getestet werden.

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Die Studie liefert Hinweise, dass nicht nur genetische Faktoren die kognitiven Fähigkeiten eines Menschen beeinflussen, sondern auch die Lebensbedingungen. „Den Einfluss von Stress zu studieren ist komplex“, sagte Maria Carrillo, Leiterin der Studie auf der Alzheimer’s Association International Conference in London, wo die Ergebnisse vorgestellt wurden. Es sei schwer, Stress von anderen Erkrankungen wie Angststörungen oder Depressionen abzugrenzen, die auch das Risiko einer Demenzerkrankung erhöhen können. „Allerdings zeigen die Ergebnisse, dass wir mehr tun müssen, um Menschen in benachteiligten Communitys besser zu unterstützen.“