„Secret Hitler“: US-Designer sammelt Geld für ein neues Kartenspiel

In dem Kartenspiel „Secret Hitler“ sollen Spieler den Diktator stoppen. Die Crowdfunding-Kampagne für die Idee hat ihr Finanzierungsziel längst erreicht.

Screenshot: kickstarter.com

"Secret Hitler" Screenshot: kickstarter.com

Gut 54.000 US-Dollar wollte der US-Designer Max Temkin aus Chigago mit einigen Freunden für sein Kartenspiel „Secret Hitler auf dem Crowdfunding-Portal „Kickstarter“ sammeln. Erreicht hat er bis jetzt (Stand 25. November) fast 140.000 US-Dollar. Das Interesse an dem Spiel ist groß – es ermöglicht schließlich spielerisch die Chance, den Diktator zu stoppen. „Secret Hitler“ ähnelt dem Spiel „Die Werwölfe von Düsterwald“, in dem es darum geht, andere zu beeinflussen, glaubhaft zu belügen und solches Verhalten aufdecken zu können.

Stark vereinfacht funktioniert das Spiel so:

  • Die Spieler erhalten verdeckt eine Karte, die ihnen eine der folgenden drei Rollen zuteilt: Liberaler, Faschist oder Hitler.
Eine der drei Rollen, die dir zugewiesen wird. © Kickstarter
© Kickstarter
  • Im Laufe des Spiels versuchen die Liberalen, fünf ihrer Gesetze zu erlassen oder Hitler zu liquidieren. Das Ziel der Faschisten ist es, sechs faschistische Gesetze zu verabschieden oder Hitler vorzeitig zum Kanzler zu wählen.
  • Spannend soll das Spiel durch ständig neu zu wählende Präsidenten und Kanzler werden, die diese Gesetze erlassen.

    Der Präsident zieht drei "Gesetze" aus dem Stapel. © Kickstarter
    Der Präsident zieht drei „Gesetze“ aus dem Stapel. Er legt eins verdeckt beiseite und reicht die beiden übrigen Karten dem Kanzler. Der liegt wiederum eine verdeckt beiseite und setzt die die übrig gebliebene Karte als Gesetz um. © Kickstarter

Der Reiz des Spiels besteht darin, dass die Spieler nicht wissen, wer Liberaler, Faschist oder Hitler ist. Außerdem nehmen sie eine Doppelrolle ein, wenn sie Kanzler oder Präsident sind. Je nachdem wie Kanzler und Präsident sich verhalten, lassen sich Rückschlüsse auf ihre Parteizugehörigkeit ziehen. Hat der Kanzler nur ein faschistisches Gesetz erlassen, weil der Präsident das einzig liberale Gesetz aus dem Kartenstapel entfernt hat? Oder ist er tatsächlich Faschist?

Auch Hitler wird sich, falls er zu Beginn des Spiels Präsident oder Kanzler ist, vermutlich eher wie ein Liberaler verhalten, um seine Tarnung nicht auffliegen zu lassen, um nicht hingerichtet zu werden. Liquidieren kann nur der Präsident und auch nur dann, wenn ein faschistisches Gesetz erlassen wird.

Im Spiel sind die Liberalen in einer leichten Mehrheit, ähnlich wie in Deutschland in den 1930er Jahre. Bis zur vorerst letzten freien Wahl erreichte die NSDAP nie mehr als 33 Prozent. Die gemäßigten Parteien waren den rechten zwar überlegen, hatten aber keine regierungsfähige Mehrheit – auch wegen den Kommunisten. Diese dritte politische Kraft vernachlässigt „Secret Hitler“.

Wer die Kampagne mit 25 US-Dollar unterstützt, erhält das Spiel von Anfang 2016 an. Für Deutschland werden noch weitere 10 US-Dollar für den Versand fällig.