Seit dem Brexit-Votum steigt die Zahl homo- und transphober Verbrechen in Großbritannien

Seit dem Brexit-Votum wurde offen gegen Polen und Muslime gehetzt, nun sehen sich auch Mitglieder der queeren Community in Großbritannien zunehmendem Hass ausgesetzt.

© Justin Tallis/AFP/Getty Images

Bei einer Londoner Mahnwache nach Orlando © Justin Tallis/AFP/Getty Images

Mit einer knappen Mehrheit stimmten die Menschen in Großbritannien für den Austritt des Landes aus der EU. Als Premierministerin Theresa May letzte Woche das Datum des Brexit nannte, stürzte der britische Pfund auf den tiefsten Stand seit Jahren. Schon kurz nach dem Referendum häuften sich Berichte über rassistische Übergriffe, insbesondere auf Polen. Jetzt hat Galop, eine Organisation, die sich ehrenamtlich für Gewaltprävention gegen LGBTQ-Mitglieder einsetzt, erschütternde Statistiken vorgelegt.

Die Zahl hassmotivierter Verbrechen gegen schwule, lesbische, bisexuelle oder Transmenschen stieg um 147 Prozent im Juli, August und September verglichen mit den Monatszahlen vom vorherigen Jahr. Insgesamt verzeichnete die Organisation 187 Hassverbrechen, 2015 waren es 72.

Was ist ein Hate Crime?

„Hate Crimes“ lassen sich als Vorurteilskriminalität oder Hassverbrechen übersetzen. Es handelt sich um politisch motivierte Straftaten, bei denen die Täter*innen ihre Opfer vorsätzlich aufgrund ihrer vermuteten Zugehörigkeit zu einer Gruppe auswählen. Dabei können unterschiedliche Straftatbestände vorliegen, meist sind es (sexuelle) Gewalt, Beleidigungen, Drohungen, auch im Netz. In Großbritannien sind Hassverbrechen ein eigener Straftatbestand, in Deutschland wird über die Einführung dieses Straftatbestandes diskutiert.

Laut dem Galop-Bericht haben vier von fünf Studienteilnehmer*innen bereits Erfahrung mit Hassverbrechen gemacht. Nur ein Viertel zeigte diese Verbrechen jedoch an. Knapp die Hälfte der Menschen, die ein Verbrechen anzeigten, waren mit der Aufklärung zufrieden.