Sex mit dem Ex ist besser als sein Ruf – wenn du diese Dinge beachtest

Immer wieder werden wir gewarnt: bloß kein Sex mit der*dem Ex! Warum eigentlich? Schließlich haben solche Abenteuer ganz klare Vorteile.

Wer sagt denn, dass Ex-Paare nicht immer noch Spaß im Bett haben können? yellowbird / photocase.de

Seien wir ehrlich: Wir alle hatten schon mal was mit einer*m Ex. Und wenn wir noch ehrlicher sind: In den meisten Fällen fühlten wir uns danach mies. Egal, ob wir nüchtern oder im Vollsuff gehandelt haben. Entweder quälte uns das schlechte Gewissen oder eine überwunden geglaubte Trauer über die Trennung.

Nie wieder!, schwören wir uns nach diesen misslungenen Abenteuern und schmeißen uns in Lebensrettermanier vor unsere Freund*innen, sollten wir bei ihnen einen verträumten Blick in Richtung Ex bemerken – weil das sowieso nur Probleme mit sich bringt, weil es die Sache nicht wert ist und weil die Zukunft, ähm, eben der Zukunft gehört.

Aber warum denken wir eigentlich so negativ über das Schäferstündchen mit der*dem Ex? Es bietet viele Vorteile, die man sich durchaus gönnen kann.

Die Vorteile

1. Die aufwändige Suche nach einem*r neuen Sexpartner*in bleibt uns erspart. Einfach einen Bootie Call absetzen und entspannt in der ausgeleierten Jogginghose auf ihn*sie warten. Oder sich betrunken im Club in die Arme fallen, und voilà: Bettblume gefunden.

2. Stoppelige Beine, schwitzige Achseln, Morgenatem – es gibt nichts, was uns ein unbeschwertes Treiben verhageln würde. Schließlich kennen wir unsere Körper bereits in allen erdenklichen Zuständen.

3. Beide wissen, was im Bett oder auf dem Tisch so geht. Kein angestrengtes Herumprobieren, kein Magst-du-dies-magst-du-Jenes, sondern gleich auf die Zielgerade – einfacher kommen wir nicht zu unserem Vergnügen.

4. Dass er*sie außerdem so wahnsinnig gut riecht, kocht, singt können wir voll auskosten, ohne all den anderen Scheiß mit dazu nehmen zu müssen.

5. Einen kleinen Ego-Boost gibt’s oben drauf: Er*sie findet uns immer noch heiß. Und das, obwohl wir damals wie ein Baby wimmernd in der Ecke gelegen oder seine*ihre Träume für immer zerstört haben.

Wie aber schaffen wir es, all die guten Dinge auszukosten, ohne hinterher in ein tiefes Loch aus Schuld oder Verzweiflung zu fallen? Hier kommt die ultimative Anleitung für Genuss ohne Reue:

Die Vorbereitungen

Bereite dich ausgiebig auf deine Wiederholungstat vor. Und damit meine ich jetzt nicht deine Intimfrisur, sondern deine emotionale Verfassung. So viel Zeit muss sein, selbst wenn er*sie schon mit dem Gummi in der Hand auf dem Klodeckel sitzt und auf dich wartet. Frage dich selbst: Was verspreche ich mir von diesem Schäferstündchen? Und was will ich auf keinen Fall? So wirst du später wenigstens nicht davon überrascht, „… aber du bist doch die Liebe meines Lebens!“ zu heulen oder dich schlecht wegen jemandem zu fühlen, den du schon längst aus deinem Leben gestrichen hast.

Wenn du Schluss gemacht hast

Wenn du der*diejenige warst, der*die die Biege gemacht hat, hast du alle Fäden in der Hand. Das ist zwar erst mal ein super Gefühl, bringt aber eine gewisse Verantwortung mit sich. Also sei kein Arsch und spiel keine Spielchen à la: Du bist so toll, ich weiß gar nicht, wie ich dich gehen lassen konnte. Am besten sagst du direkt, was du willst. Nämlich heißen, aber folgenlosen Sex. Auch wenn die Gefahr besteht, dass dein*e Verflossene*r in Anbetracht deines widerwärtig banalen Wunsches das Weite sucht – dein Gewissen bleibt rein. Denk an dein Karma, Baby.

Wenn mit dir Schluss gemacht wurde

Vorsicht: Selbst wenn du schon längst drüber weg sein solltest, mach dir bewusst, dass alte Wunden wieder aufreißen können. Wenn du weißt, dass du Schmerzen nicht besonders tolerant gegenüberstehst, lass lieber die Finger von der Sache. Außerdem gibt es da noch die Verlockung, das Ganze zu „Er*sie will mit mir schlafen, also will er*sie mich zurück!“ aufzubauschen. Mach dir klar, dass es bei Horizontalpolka um Triebe geht. Und nichts weiter.

[Auch auf ze.tt: Was Sexlosigkeit mit einer Beziehung macht]

Und das Wichtigste: Du, wirst ihn*sie nie, nie, nie wiederbekommen, indem du mit ihm*ihr ins Bett gehst. Also setz deinen Mund/deine Genitalien um nichts in der Welt als Ware für seine*ihre Zuneigung ein. Das bist du dir selbst schuldig. Dein Körper, deine Verantwortung. Wenn du dich also auf den Sex einlässt, dann bitte nur zu deinem eigenen Vergnügen.

Und weil das alles bisher so furchtbar kompliziert klingt, kommt hier die gute Nachricht: Im Grunde ist alles ganz einfach, wenn du ehrlich mit dir und dem*der anderen bleibst. Dann werdet ihr euch, so es dazu kommt, gegenseitig das Hirn rausficken und fröhlich wieder auseinander gehen, in dem beruhigenden Wissen: Es war nur Sex. Und das ist auch gut so.