Sexismusvorwurf: Tschechische Fußballer müssen „zur Strafe“ mit Frauen trainieren

Zwei tschechische Fußballer müssen nun im Frauenteam trainieren, weil sie eine Frau beleidigt haben. Eine ungewöhnliche Maßnahme im Kampf gegen Sexismus im Sport.

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Lukas Vacha (links) ist nicht nur auf dem Feld ein guter Angreifer, sondern leider auch verbal. © dpa

Besonders in traditionell männlichen Sportarten wie Fußball sind Rollenklischees und Sexismus auf der Tagesordnung.

In Tschechien wurden zwei Fußballer nun mit einer ungewöhnlichen Strafe belehrt: Nachdem Lukas Vacha und Tomas Koubek von Sparta Prag die unparteiische Schiedsrichterin Lucie Ratajova nach einer Entscheidung im Spiel gegen Zbrojovka Brünn „an den Herd gewünscht“ hatten, müssen die beiden nun im Frauenteam des Klubs trainieren. Eine Frau sollte nicht Entscheidungen im Männer-Fußball treffen, so ihr Vorwurf.

Der Verband distanzierte sich von den Aussagen der Spieler und verurteilte sie. Mit der auferlegten Strafe sollen sie sich „mit eigenen Augen überzeugen, dass Frauen nicht nur an den Herd geschickt werden können“, sagte der Generaldirektor Adam Kotalik, der Zeitung Lidove noviny.

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Mittlerweile hat sich Lukas Vacha öffentlich entschuldigt, wie die tschechische Zeitung Lidove noviny berichtet. Seine Aussage habe sich lediglich auf eine Situation im Spiel bezogen und sich nicht generell an Frauen gerichtet. Seine Aussage war in keiner Weise „chauvinistisch“ gemeint.

Auf Instagram postete er ein Bild von seiner Frau und Tochter mit den Worten: „Ich bereue, was ich gesagt habe und möchte mich bei allen Frauen entschuldigen. Ich liebe meine Mädchen und möchte, dass sie im Leben etwas erreichen, worauf wir stolz sein werden.“