Shout out loud: „Du bist wert, was dein Pass dir an Wert gibt“

In ihrem Song Asyl rappt die 27-Jährige über die Grenzen der Menschlichkeit und gegen die Idee eines vermeintlich fortschrittlichen Europas, das den Wert eines Menschen an seinem Pass misst.

Seit zwei Jahren diskutieren deutsche Medien und Politik über die sogenannte Flüchtlingskrise und vermeintliche Flüchtlingsströme. Diese Wortwahl hat Konsequenzen, denn sie schürt Hass und kreiert ein homogenes Feindbild. Vor knapp zwei Monaten wurde die AfD in den deutschen Bundestag gewählt. Mit einem Wahlprogramm, das klar durch antimuslimische Hetze und Forderungen nach härterer Asylpolitik geprägt ist.

Die Rapperin Ebow, die mit bürgerlichem Namen Ebru Düzgün heißt, thematisiert in ihrem Song dieses Deutschland.

Angefangen hat Ebow mit spontanen Guerilla-Auftritten in Münchener Waschsalons, Supermärkten und Straßenbahnen. Ihre Musik ist politisch und von einem hohen Gerechtigkeitssinn geprägt: „Ich glaube, dass das auch in mir drin ist, weil ich kurdische Vorfahren habe“, sagt sie. „Weil ich die ganze Zeit dieses Gefühl habe von ,Ich bin eine Minderheit, die unterdrückt wird.'“ Sich gegen Ungerechtigkeit zu wehren, das habe sie bereits von Kindesbeinen an gemacht, erzählt sie.

Das Video zu Asyl hat Ebow selbst produziert. Es ist eine Collage verschiedener Bilder und Videosequenzen, die sie unter dem Suchwort Asyl im Internet gefunden hatte. Ihre Freund*innen, die in einem Heim für geflüchtete Menschen in München untergebracht sind, kommen ebenfalls darin vor. Den Song, sagt sie, habe sie für diese Freund*innen geschrieben, nicht um irgendwelche rechten Menschen zu erziehen. Asyl ist kein Bekehrungsversuch, er ist vielmehr ein Statement gegen die Entmenschlichung von schutzsuchenden Geflüchteten.