Skifahren in Thailand, Tropenstrände in Deutschland – muss das sein?

Skifahren in Dubai, Rodeln in Thailand oder Palmenstrände in Brandenburg: Künstliche Themenwelten können die Fernreise ersetzen, verbrauchen aber auch verdammt viel Energie.

© Taylor Weidmann/Getty Images

Kinder rodeln im Freizeitpark "Snow Town" in Bangkok. © Taylor Weidmann/Getty Images

Künstliche Winter-Wunderländer sind in Bangkok derzeit eine beliebte Attraktion. Viele Einkaufszentren und Parks locken ihre Besucher mit Kunstschnee und Rodelbahn als Kontrast zu den schwülheißen Temperaturen der thailändischen Hauptstadt, so zum Beispiel der Schneepark „Snow Town“:

在泰国也有雪 ⛄️⛄️⛄️ #snow #snowtown

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let's jump !! #snowtown

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Journey of Mango Smoothies in Bangkok Snow town… so cool☆彡 #Bangkok #snowtown #cool #mango #バンコク #スノータウン #マンゴー #雪

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Das Problem an diesen Attraktionen: Sie sind mit einem hohen Energieverbrauch verbunden. Manche Shopping-Malls in Thailand verbrauchen einer Untersuchung der regionalen Umweltschutz-Website Mekong Commons zufolge mehr Strom als so manche thailändische Provinz.

Importierte Freizeitvergnügen

Thailand steht nicht alleine da mit der Idee, Freizeitvergnügen aus anderen Klimazonen zu importieren. Auch die Emirate sind bekannt für irrwitzige Ressourcen-Verschwendung. Eine Skihalle in der „Mall of the Emirates“ in Dubai, einem der größten Einkaufszentren des Mittleren Ostens, wird täglich von rund 35 Grad Außentemperatur auf -1 Grad heruntergekühlt.

☀️❌❄️ fora 45ºC / dentro -10ºC 🏂🎿#Dubai #MyDubai #UAE #skiDubai #ski 🇦🇪

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Wintersaison esch eröffnet ✅🎿🏂 #skidubai #uae #daseschenskistockundkenselfiestick 😀 @alexhaefeli

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Wir Deutschen sind auch nicht viel besser. Wir sehnen uns nach Wärme und Strand in den trüben Wintermonaten. Die ehemalige Luftschiffhalle „Tropical Islands“ in Brandenburg verschafft Abhilfe, aber auch sie muss konstant auf 26 Grad Celsius gehalten werden. Immerhin nutzen die Betreiber dafür teilweise die natürliche Sonneneinstrahlung und den Strom aus Solarzellen.

Klimafreundlich Spaß haben

Natürlich ist es auch nicht besonders klimaschonend, einmal halb um den Erdball zu fliegen, um am weißen Sandstrand zu faulenzen oder auf Naturschnee Ski zu fahren. Fliegen ist das energieintensivste Verkehrsmittel.

Was könnt ihr also tun, wenn ihr das Meer und die Berge liebt, beides aber nicht eine Autostunde entfernt liegt? Wenn ihr unbedingt fliegen müsst, dann könnt ihr zumindest den CO2-Ausstoß ausgleichen. Dazu zahlt ihr einen Geldbetrag, der den Flugkilometern entspricht und mit dem Klimaschutzprojekte (zum Beispiel Aufforstungen) unterstützt werden.

Wenn ihr eine Skihalle oder einen Themenpark besucht, dann solltet ihr darauf achten, dass die Betreiber versuchen, ihre Anlagen möglichst klimaschonend zu betrieben. Beispielsweise wird der Snow Dome in Bispingen bei Hamburg seit 2011 klimaneutral betrieben. Der Strom kommt aus CO2-neutralen, regenerativen Quellen und die Halle ist gut isoliert. Auch „Tropical Islands“ arbeitet derzeit nach eigenen Angaben an einem neuen Energiekonzept für eine bessere Klimabilanz.

Habt ihr noch Tipps, wo man klimaneutral Spaß haben kann, dann schreibt mir an: alica.jung@ze.tt