So isst Deutschland: Acht Fakten aus dem Ernährungsreport

Frauen essen mehr Süßigkeiten, Jugendliche kochen nicht, Deutsche mögen am liebsten Kartoffeln. Stimmt das wirklich? Der Ernährungsreport des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft gibt Antworten.

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Deutsche Frauen essen häufiger Obst als deutsche Männer. © picture alliance

Das Meinungsforschungsintitut Forsa hat im Oktober vergangenen Jahres 1000 Deutsche über 14 Jahren befragt. Aus diesen Daten hat das Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft den „Ernährungsreport 2016“ zusammengestellt, der im Januar veröffentlicht wurde. Er zeigt, wie Deutsche essen, bestätigt manche Vermutungen und widerlegt Vorurteile. Hier kommen acht Fakten aus dem Papier.

1. Frauen ernähren sich gesünder

Stimmt tatsächlich. 85 Prozent der Frauen essen täglich Obst oder Gemüse – unter Männern sind es nur 66 Prozent. Außerdem trinken Männer mehr Softdrinks – 16 Prozent von ihnen tun es täglich. Unter den befragten Frauen waren es lediglich 6 Prozent. Männer essen auch häufiger Tiefkühlpizza als Frauen (37 Prozent im Vergleich zu 27 Prozent).

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Frauen essen mehr Obst als Männer. © picture alliance

2. Frauen und Männer essen gleichviel Süßigkeiten

Tatsächlich essen sogar etwas mehr Männer (22 Prozent) als Frauen (21 Prozent) jeden Tag Süßes.

Sieht trotzdem besser aus, wenn Frauen Cupcakes essen. © giphy.com

3. Männer lieben Fleisch

In der Tat essen mehr als doppelt so viele Männer (47 Prozent) wie Frauen (22 Prozent) jeden Tag Fleisch. Außerdem ernährt sich lediglich ein Prozent aller Männer vegetarisch – unter Frauen sind es immerhin sechs Prozent.

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Gönn dir. © picture allicance

4. Deutsche kochen gerne, aber selten

77 Prozent der Befragten sagen, dass sie gerne kochen. Doch nur 41 Prozent kochen wirklich täglich. 81 Prozent der Deutschen zwischen 14 und 18 Jahren geben an, sehr gerne zu kochen. Sie tun es aber nur sehr selten – 30 Prozent von ihnen kochen normalerweise gar nicht selbst.

Frauen stehen häufiger am Herd als Männer. © BMEL

5. Pasta schlägt Kartoffeln

Die Deutschen haben im Ausland einen Ruf als „Kartoffelfresser“ – gerne in Verbindung mit Sauerkraut und Würstchen. Dabei ist Pasta in Deutschland viel beliebter als Kartoffelgerichte. Nach ihrem Lieblingsgericht befragt, antworteten 35 Prozent der Befragten, dass sie besonders gerne Nudelgerichte mögen. Nur 18 Prozent gaben an, dass ihr Lieblingsgericht aus Kartoffeln zubereitet wird.

Pastamanufaktur in Spanien. © David Ramos/Getty Images

6. Allergien sind in Städten häufiger als auf dem Land

Landluft ist gesund, bzw. Städter pflegen ihre Neurosen. Für Deutschland gilt das tatsächlich. Während in Orten unter 20.000 Einwohnern nur 9 Prozent unter Allergien und Unverträglichkeiten leiden, sind es in Städten mit 500.000 und mehr Einwohnern fast doppelt so viele (16 Prozent).

Das Leben in der Großstadt scheint den Körper zu stressen. © BMEL

7. Deutsche kaufen eher im Supermarkt als im Discounter

Auch wenn Deutschland das Land der Discounter ist und Aldi,Lidl und Co. von hier aus in viele andere Länder expandieren – die Deutschen kaufen nach wie vor am häufigsten im Supermarkt ein.

Noch spielt das Internet beim Lebensmitteleinkauf kaum eine Rolle. © BMEL

8. In großen Haushalten wird mehr weggeworfen

Je weniger Menschen in einem Haushalt wohnen, desto weniger wird weggeworfen. In Single-Haushalten landet beispielsweise bei einem Viertel der Befragten einmal in der Woche etwas im Mülleimer – in Haushalten mit vier oder mehr Personen ist das dagegen bei 58 Prozent der Befragten der Fall.

Am häufigsten werfen Deutsche Lebensmittel weg, weil sie verdorben sind. © BMEL