So lässig kontert die Polizei Gerüchte über einen Geflüchteten

Ein Mann tötet mit einem Auto einen Passanten. Auf Twitter verbreiten sich Gerüchte über die Herkunft des Täters. Er sei ein muslimischer Geflüchteter. Die Polizei kontert ungewöhnlich.

"Isser nicht!" Twitter / Franziska Hensel

Am Samstagnachmittag war ein 35-Jähriger mit einem Auto in Heidelberg in eine Menschengruppe gerast. Zwei Menschen wurden leicht verletzt, ein 73-Jähriger erlag wenig später im Krankenhaus seinen Verletzungen. Der Täter ist nach Angaben der Polizei ein Student deutscher Herkunft. Er war nach der Tat mit einem Küchenmesser bewaffnet geflüchtet. Als die Polizei ihn überwältigen wollte, fielen Schüsse aus einer Polizeiwaffe. Wie der Mannheimer Morgen berichtet, liegt der Mann mit einem Bauchdurchschuss im Krankenhaus, ist aber nicht lebensgefährlich verletzt. Sein Motiv ist bislang unklar.

[Außerdem bei ze.tt: Die Polizei geht bald im Netz auf Trolljagd]

Wie auch schon beim Amoklauf in München verbreiten sich auf Twitter in Windeseile Gerüchte. Ein User gibt an, Freunde bei der Polizei zu haben. Diese hätten ihm gesteckt, dass der Täter „ein Flüchtling“ sei. Ein anderer User twittert, der Täter sei ein „fucking muslim“.

Die Social-Media-Beauftragten der Polizei ließen diese Tweets nicht unkommentiert stehen. Stattdessen begegneten sie den Spekulationen recht gekonnt – und das in einer für die Polizei ungewohnten Sprache.

Über die Kinderstube der User

„Nö, ist er nicht.“

Der Verfasser hat diesen Tweet mittlerweile gelöscht:

Schweigsame oder beredte Polizei

„What the fuck?“

Durchsage an alle!

Der SWR berichtet, dass die Polizei Mannheim nun prüft, ob sie gegen beleidigende und anstößige Beiträge vorgehen kann. „Wir werden uns einzelne Meldungen anschauen und nach ihrem strafbaren Inhalt bewerten“, sagte Polizeisprecher Norbert Schätzle dem Sender.