Diese Gegenstände sind so sinnlos, dass es weh tut

Auf den ersten Blick sehen diese Alltagsgegenstände harmlos aus. Auf den zweiten fragt man sich, wie zur Hölle, sie benutzt werden sollen.

Die Benutzerfreundlichkeit eines Produkts zeichnet sich durch eine besonders einfache, zu den Nutzer*innen und ihren Aufgaben passende Bedienung aus. Sie sind leicht zu handhaben, effektiv und effizient. Das ist der Idealfall. Die Produkte von Katerina Kamprani sind das alles nicht. Mit Absicht.

Die Architektin aus Athen setzte sich während ihrer Ausbildung viel mit dieser Definition auseinander. Ja, ein Produkt sollte möglichst angenehm zu bedienen sein und ja, es sollte möglichst leicht das erreichen, wozu es hergestellt wurde. Ein Messer sollte stabil und dünn sein, damit es mit niedrigem Kraftaufwand durch harte Speisen gleiten kann, der Haltegriff einer Tasse sollte gut in der Hand liegen und die Gummistiefel zumindest wasserdicht sein.

Einmal Unbehagen, bitte!

Wir sind so sehr an perfektes Design gewöhnt, dass jede Abweichung ein Unbehagen, fast schon Ekel auslöst. Genau darauf zielt Katerina Kamprani mit ihrer The Uncomfortable Series ab: Ihre Tassen liegen furchtbar in der Hand, ihre Gummistiefel sind zehenfrei, ihr Besteck ist so dick wie ein Fahrradschloss. Mit ihrem Projekt möchte Kamprani darauf aufmerksam machen, wie gut designt unsere alltäglichen Haushaltsgegenstände sind. „Es ist fast schon eine Schande, dass wir einen normalen Löffel oder eine normale Gabel für selbstverständlich halten, dabei sind sie in Bezug auf Design eigentlich ein Meisterwerk“, sagt sie.

„Ich bearbeite nur Gegenstände, die jeder kennt und lasse auch die Finger von elektronischen Geräten. Die sind ohnehin schon schwer zu bedienen. Habe ich mich mal für einen Gegenstand entschieden, versuche ich seine Funktionen Schritt für Schritt zu dekonstruieren und diskret zu sabotieren“, sagt Kamprani.

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Die Gegenstände mit dem vereitelten Nutzen waren für Kamprani anfangs nur ein Hobby. Zunächst fertigte sie nur 3D-Designs auf ihrem Computer an und stellte sie online. Nachdem sie viel positives Feedback bekam, ging sie einen Schritt weiter und produzierte die ersten Prototypen. „Mein Ziel war es, sie so perfekt aussehen zu lassen, dass man denken könnte, sie wurden in einer Fabrik massenproduziert. Eigentlich sind aber alle handgemacht“, sagt Kamprani. Das fahrradschlossdicke Besteck, den Topf mit beiden Griffen auf einer Seite und viele weitere Objekte existieren seither tatsächlich. Ob sie wer haben möchte? Eher nein.