So nimmt die Welt Abschied von Prince

Prince ist gestern im Alter von 57 Jahren auf seinem Anwesen Paisley Park in Minnesota verstorben. Heute trauert die restliche Welt und weint lila Tränen.

© Jed Jacobsohn/Getty Images

Prince bei der Super Bowl Halftime Show 2007. © Jed Jacobsohn/Getty Images

„Ich bestätige in tiefer Trauer, dass der legendäre Kultstar Prince Rogers Nelson an diesem Morgen in seiner Paisley-Park-Residenz gestorben ist. Es gibt bislang noch keine weiteren Informationen über die Todesursache“, teilte seine Pressesprecherin, Yvette Noel-Schure, gestern Abend der Deutschen Presseagentur mit.

Sein sechstes Studioalbum „Purple Rain“ aus dem Jahr 1984 gilt bis heute als eines der besten Pop-Alben der Musikgeschichte. Mit Hits wie „Purple Rain“, „When Doves Cry“ und „Let’s Go Crazy“ wurde der 1958 geborene Prince Rogers Nelson in den 80er Jahren endgültig zum Weltstar. Seine Halftime-Show beim Super Bowl 2007 ist nur einer seiner vielen legendären Auftritte. Er brach die Show trotz strömendem Regen nicht ab. Sein letztes Konzert in Deutschland gab er 2010 in Berlin in der Waldbühne.

Die Anteilnahme an seinem Tod ist groß. Medienhäuser packten lila Regentropfen auf ihre Cover, viele Hauptstädte färbten ihre Wahrzeichen lila und Promis auf der ganzen Welt sprachen ihr Beileid aus. Darunter auch Barack Obama: „Heute haben wir eine kreative Ikone verloren. Wenige Künstler haben den Sound und die Richtung der Popmusik so deutlich beeinflusst und so viele Leute mit ihrer Kunst berührt. Er war ein virtuoser Instrumentalist, ein brillanter Bandleader und ein elektrisierender Bühnenkünstler“, schrieb der US-Präsident in einer Pressemitteilung.

Prince war nicht nur ein Gesangstalent. Er konnte so ziemlich jedes Instrument, das man für die Erstellung eines ganzen Albums braucht, selbst spielen. Angeblich soll er für sein Debutalbum For You (1978) nicht nur alle Vocals, sondern auch sämtliche Instrumente selbst aufgenommen haben: Insgesamt waren es 27 Stück.

Der Musiker war nicht nur ein Multi-Instrumentalist, sondern schrieb auch Songs für andere Stars. Sinead O’Connors herzzerreißende Ballade Nothing Compares 2 U stammt zum Beispiel aus seiner Feder. Zudem war er Song-Schreiber für Musikgrößen wie Madonna, Cyndi Lauper und Chaka Khan.

Die Besetzung des Musicals Hamilton zollte nach einer ihrer Broadway-Shows dem verstorbenen Musiker spontan Tribut.

Drehbuchautor und Regisseur Spike Lee lud gestern Abend spontan zu einer Party vor seinem Studio in Brooklyn zum Gedenken von Prince ein. Tausende Fans folgten der Einladung und feierten den verstorbenen Künstler.

Prince ist nach David Bowie (✝ 10. Januar, 69 Jahre) die zweite große Musiklegende, die dieses Jahr verstorben ist.