So sähe es aus, wenn wir Fahrräder wie Autos parken würden

Auf dem Radweg parken, um kurz was zu erledigen. Mit dem Auto ist das gängig. Aber was, wenn es umgekehrt wäre?

Nur kurz ein paar Brötchen holen. Foto: Thomas Geffe/ Twitter: megarosaelefant (CC BY-SA 2.0)

Das Foto ist gestellt und trifft dennoch einen Nerv. Der Lokalpolitiker Thomas Geffe hatte sein Fahrrad mit einem Schild versehen, auf dem „Nur kurz zum Bäcker“ steht und es auf einer Straße abgestellt. Er schoss schnell ein Bild und fuhr sofort weiter, wie er der Berliner Morgenpost erzählte, die zuerst über Geffes Aktion berichtet hat.

Später lud Geffe das Bild auf Twitter hoch, von wo aus es sich rasch verbreitete. Es trifft scheinbar einen Nerv. Geffe weist auf ein ernstes Problem hin, das vor allem Radfahrer*innen in Großstädten kennen: Autos, die auf Radwegen parken. „Ich wollte so die Absurdität der gängigen Entschuldigung von Autofahrern beim Parken auf Radstreifen verdeutlichen“, sagte er der Morgenpost.

Größere Konsequenzen müssen Autofahrer*innen nicht fürchten, wenn sie auf Radwegen parken. Je nach Länge der Parkdauer liegt das Bußgeld zwischen 20 und 35 Euro. Umgekehrt stellen geparkte Autos in zweiter Reihe Radler*innen vor Probleme. Sie müssen entweder abbremsen oder auf die Fahrbahn ausweichen – wodurch sie sich in Gefahr begeben.

[Außerdem auf ze.tt: Darum solltest du mit dem Rad in der Mitte der Spur fahren]

Auf Twitter und Reddit diskutieren Nutzer*innen über den Sinn von Geffes Aktion. „Nailed it“, „super Aktion“, sagen die einen. Andere fordern, das gegenseitige „Aufwiegeln“ zwischen Radfahrer*innen und Autofahrer*innen sein zu lassen. Viele fordern, in Fällen von falsch parkenden Autos sofort die Polizei oder das Ordnungsamt zu rufen. Wenn man dies nur lange genug tue, würde sich schon irgendwann etwas ändern.

Zahl der getöteten Radfahrer*innen bundesweit gesunken

Wie die aktuellsten Zahlen des Bundesamtes für Statistik zeigen, ist die Zahl der getöten Radfahrer*innen im vorvergangenen Jahr gesunken. Im Jahr 2015 starben demnach 236 Menschen auf Fahrrädern. Im Jahr zuvor waren es noch 396 gewesen.

Dennoch hatte das Thema zuletzt wieder Aufmerksamkeit erregt. In Berlin hatte ein Diplomat im absoluten Halteverbot geparkt und seine Tür geöffnet. Ein Radfahrer hatte keine Chance mehr auszuweichen. Er starb an den Folgen des Unfalls.

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