So sehr hat sich die Erde in den vergangenen 30 Jahren verändert

Mit dem Dienst „Timelapse“ könnt ihr Satellitenbilder im Zeitraffer ansehen, die bis ins Jahr 1984 zurückreichen. Die Aufnahmen zeigen, wie sehr der Mensch in die Natur eingreift.

© Google Timelapse

Chongqing ist in den vergangenen 32 Jahren extrem gewachsen. © Google Timelapse

Google hat unfassbar viel Geld. Im vergangenen Jahr machte das Unternehmen einen Gewinn von gut 23 Milliarden US-Dollar (21 Milliarden Euro). Wohin mit der ganzen Kohle? Zum Beispiel in den neuesten Dienst Timelapse, den Google jetzt vorstellt.

Timelapse kombiniert nach Angaben des Unternehmens über fünf Millionen Bilder von fünf verschiedenen Satelliten aus den vergangenen drei Jahrzehnten. Daraus sind Aufnahmen entstanden, die zeigen, wie schnell sich die Erdoberfläche an manchen Orten von 1984 bis 2016 verändert hat. Einige davon stellen wir hier vor.

Las Vegas, USA

Die USA sind nicht dafür bekannt, sparsam mit Land umzugehen – erst recht nicht dann, wenn es in der Wüste von Nevada liegt. Allein zwischen den Jahren 1990 und 2000 hat sich die Bevölkerung der Stadt fast verdoppelt. Diese Menschen müssen irgendwo wohnen – also wächst die Stadt.

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Sabah Al Ahmed Sea City, Kuwait

110 Kilometer von Kuwait-City entfernt liegt die Stadt Sabah Al Ahmad Sea City, benannt nach Sabah Al Ahmad, der seit 2006 Emir von Kuwait ist. Der Ort ist nicht unbedingt clever gewählt für eine komplett künstliche Stadt. Im Sommer wird es bis zu 50 Grad Celsius heiß – die Straßen sind aus Spezialasphalt, weil sie sonst schmelzen würden. Aber wie Google haben auch die Scheichs sehr, sehr viel Geld, das irgendwo hin muss.

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Aralsee

Der Aralsee war einmal das viertgrößte Binnengewässer der Erde. Einst bedeckte er eine Fläche fast so groß wie Bayern. Der Baumwollanbau in der Umgebung brauchte extrem viel Wasser, das aus dem See entnommen wurde. Seine Größe schrumpfte, die Fläche versalzte.

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Calau, Deutschland

Nicht immer verschwinden Seen durch den Eingriff des Menschen – manchmal entstehen auch welche. Zum Beispiel durch Staudämme oder den Abbau von Braunkohle. Das zeigt sich gut in der Gegend um Calau in der Niederlausitz. Dort wurden viele stillgelegte Braunkohlentagebaue geflutet – bis Ende 2018 soll Europas größte künstliche Seenlandschaft entstehen.

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Columbia-Gletscher, Alaska

Seit 1980 zieht sich der Columbia-Gletscher zurück. Bis zum Jahr 2014 waren es mehr als 20 Kilometer. In dieser Zeit gelangten rund 140 Milliarden Tonnen Eis ins Meerwasser, was deutlich zum beobachteten Anstieg des Meeresspiegels beigetragen hat. Ob der rasant schmelzende Gletscher als Beispiel für den vom Menschen gemachten Klimawandel taugt, ist aber unter Experten umstritten, weil andere Gletscher in der Region an Eismasse zulegten.

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Wer sich weitere Zeitrafferaufnahmen von Timelapse ansehen will, kann dies hier tun.