So sieht es aus, wenn in China 50.000 Menschen auf den Zug warten

Zum chinesischen Neujahr setzt in dem Land eine Reisewelle ungeahnten Ausmaßes ein. Wenn dann wegen des schlechten Wetters Züge ausfallen, kommt es schnell zum Chaos. Wie jetzt in Guangzhou.

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Bahnhofsmitarbeiter lassen Wartende im Regen stehen. © Reuters

Der Bahnhof der südchinesischen Stadt Guangzhou hat elf Wartesäale und eine große Halle. 23.000 Menschen können dort gleichzeitig warten, schreibt die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua.

Nicht gerade wenig, aber nicht genug für die Hauptreisezeit. Am 8. Februar feiern Chinesen Neujahr und viele Arbeiter kehren aus den stark industriell geprägten Küstenstädten zurück in ihre Heimat.

Damit es nicht zum Chaos kommt, darf in dieser Zeit nichts schiefgehen. Tat es aber. Wegen schlechtem Wetter fielen nach Angaben der „Guangzhou Railway Group Corp.“ 24 Züge aus. Xinhua berichtet, dass 50.000 Menschen in und um den Bahnhof feststeckten, andere Quellen nannten bis zu 100.000 Wartende.

Wie die staatlich finanzierte Website Russia Today und BBC berichten, trug nicht nur das schlechte Wetter zum Chaos bei. Viele Passagiere hatten sich Stunden vor Abfahrt ihres Zuges am Bahnhof eingefunden. Wie Bahnmitarbeiter sagten, wären manche sogar zwei Tage vor Abfahrt ihrer Züge da gewesen.

Mit rund 2.600 Mitarbeitern versuchte der Betreiber des Bahnhofs die Situation unter Kontrolle zu bekommen. Eine der Maßnahmen: Nur noch Menschen, deren Zug innerhalb der kommenden zwei Stunden abfährt, durften die Station betreten – der Rest musste draußen im Regen warten.

In China wurden sofort Erinnerungen an eine Massenpanik im Dezember 2014 wach. Damals kamen in Shanghai 36 Menschen ums Leben und 47 wurden verletzt.