So stellen sich Studierende einen Dreier vor

Hast du Lust auf einen Dreier? Falls ja: Wer soll die dritte Person sein – eine Frau oder ein Mann? Und willst du die Person kennen? Zwei amerikanische Forscherinnen haben sich in einer Studie mit diesen Fragen beschäftigt.

© Screenshot Youtube

Gleich passiert was. Szene aus "Y Tu Mama Tambien". © Screenshot Youtube

Ein Dreier ist eine der häufigsten sexuellen Fantasien – aber wie genau dieser aussehen soll, ist unerforschtes Terrain. Sind Männer und Frauen gleichermaßen scharf darauf? Und angenommen, eine*r der Partner*innen ist dein*e Freund*in – wer sollte die dritte Person sein? Eine Frau oder ein Mann? Diese Fragen stellten sich die Wissenschaftlerinnen Ashley Thompson von Universität Oshkosh und Sandra Byers von der Universität New Brunswick.

Sie befragten dafür 274 heterosexuelle Studierende einer mittelgroßen kanadischen Universität – 202 Frauen und 72 Männer. Fun Fact: Die Teilnehmer*innen erhielten dafür entweder einen Credit Point in ihrem Kurs „Einführung in die Psychologie“ oder die 1:25-Chance auf einen 50-US-Dollar-Gutschein. Die Studierenden sollten Fragebögen ausfüllen und über ihre Vorlieben und Erfahrungen berichten. Unter anderem wollten die Forscherinnen Antworten auf folgende Fragen:

  • Hätten Sie Interesse an einem Dreier?
  • Haben Sie schon mal einen Dreier gehabt?
  • Wenn Sie einen Dreier haben und ihr* Partner*in dabei ist – soll die dritte Person ein Mann oder eine Frau sein?
  • Wie gut wollen Sie die dritte Person im Dreier kennen? Soll es ein*e Freund*in, ein* Bekannte*r oder ein* Fremde*r sein?

Das sind die Ergebnisse

  • 13 Prozent der Befragten gaben an, schon mal einen Dreier gehabt zu haben. Zwischen den Geschlechtern zeigten sich große Unterschiede. Unter den Männern waren es 24 Prozent, unter den Frauen acht Prozent. Dieses Ergebnis wirft einige Fragen auf. Wenn drei Mal so viele Männer wie Frauen schon einen Dreier hatten: Wo sind dann all die Frauen, mit denen die Männer den Dreier gehabt haben sollen? Thompson und Byers vermuten, dass Männer beim Ausfüllen des Fragebogens eventuell geflunkert haben – weil es ihren Status als Liebhaber erhöht. Bei Frauen vermuten sie das umgekehrte Phänomen: Ihr sozialer Status würde leiden, wenn sie gestünden, einen Dreier gehabt zu haben.
  • 64 Prozent sagten, dass sie sich einen Dreier vorstellen könnten. Dafür sollten die Befragten ihr Interesse auf einer Skala von 0 bis 7 angeben. 0 stand für „gar kein Interesse“, 7 für „großes Interesse“. Alle Bewertungen über 0 Punkten wurden als Interesse gewertet.
  • Männer sind wesentlich stärker daran interessiert, mit zwei Frauen gleichzeitig zu schlafen. Ist die dritte Person ein Mann, ist das Interesse an einem Dreier nur noch etwa halb so groß. Bei Frauen ist dieser Unterschied wesentlich geringer. Die Forscherinnen folgern daraus, dass Männer nicht unbedingt von einem Dreier besonders erregt sind, sondern eher von der Vorstellung, dass vor ihren Augen zwei Frauen miteinander rummachen.

  • Männer möchten keine Dreier mit Unbekannten – dabei spielt es keine Rolle, ob sie als Dritter von einem Paar dazugeholt werden oder ob sie Bestandteil des Paars sind.
  • Bei Frauen zeigt sich in dieser Hinsicht ein Unterschied. Wenn Frauen gemeinsam mit ihrem männlichen Partner eine dritte Person dazuholen, ist es ihnen egal, wie gut sie diese kennen. Wenn sie die Person sind, die zu einem Paar dazukommt, möchten sie alle Personen gerne kennen.

Welche Stellungen der Dreier beinhalten soll oder in welchem Umfeld er stattfinden soll, haben die Forscherinnen nicht gefragt. Außerdem hat die Studie auch einige methodische Schwächen. Thompson und Byers haben ausschließlich relative junge Studierende gefragt, die vornehmlich weiß und heterosexuell sind. Die Studie liefert so nur bedingt einen Überblick über die Gesamtbevölkerung. Zudem ist es fraglich, alle Werte über 0 („gar kein Interesse“) automatisch als Interesse an einem Dreier zu werten.