So unterschiedlich verewigten sich Merkel, Trump, Obama und Co. im Gästebuch von Yad Vashem

Zu einem Staatsbesuch in Israel gehört auch die Besichtigung der bedeutendsten Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem. Diese Einträge hinterließen deutsche und US-amerikanische Politiker*innen.

Trump ist nur einer von vielen Staatsoberhäuptern, die sich in Yad Vashems Gästebuch eintrugen. © Gali Tibbon/AFP/Getty Images

Yad Vashem ist die wohl größte und bekannteste Gedenkstätte für all die jüdischen Menschen, die im Holocaust ihr Leben verloren. Angelehnt an die Bibel soll Yad Vashem ein Ort sein, an dem den Opfern ihre Identität, ihre Geschichte und damit auch ihre Individualität und Würde über den Tod hinaus wiedergegeben wird:

Ihnen allen errichte ich in meinem Haus und in meinen Mauern ein Denkmal, ich gebe ihnen einen Namen, der mehr wert ist als Söhne und Töchter: Einen ewigen Namen gebe ich ihnen, der niemals getilgt wird.“ – Jes 56,5

Der Gebäudekomplex besteht aus dem berühmten Holocaustmuseum und einer Vielzahl von Denkmälern und Skulpturen, die unterschiedliche Aspekte des Holocaust und die Vielzahl der Opfergruppen aufarbeiten. Außerdem gibt es eine Bibliothek, ein Archiv und eine Synagoge, in der Relikte aus zerstörten Gotteshäusern Europas aufbewahrt und ausgestellt werden.

[Außerdem bei ze.tt: Ich fühle nichts beim Thema Holocaust – was stimmt nicht mit mir?]

Besucher*innen von überall

Zwei Millionen Menschen besuchen Yad Vashem jedes Jahr, um nach Verwandten zu forschen, sich mit dem Holocaust auseinanderzusetzen oder den Verstorbenen ihren Respekt zu zollen.

[Außerdem bei ze.tt: Stolpersteine bleiben in München weiterhin verboten]

Dazu gehören auch Regierungsvertreter*innen der ganzen Welt. Nach ihrem Besuch hinterlassen die Politiker*innen einen Eintrag im Gästebuch der Gedenkstätte. Hier ist eine kleine Auswahl der Einträge.

Donald J. Trump

© Gali Tibbon/AFP/Getty Images

„Es ist eine große Ehre, mit all meinen Freunden hier zu sein – so beeindruckend + werde ich nie vergessen!“

Angela Merkel

© Uriel Sinai/Getty Images

„Im Bewußtsein der Verantwortung Deutschlands für die Shoa unterstreicht die Bundesregierung mit den 1. Deutsch-Israelischen Konsultationen ihre Entschlossenheit zur gemeinsamen Gestaltung der Zukunft.“

Barack H. Obama

© Gali Tibbon/AFP/Getty Images

„Ich bin Yad Vashem und all denjenigen dankbar, die für diese bemerkenswerte Institution verantwortlich sind. In einer Zeit der großen Gefahr und Verheißung, des Krieges und des Streites, ist es ein Segen für uns, so eine eindringliche Mahnung an die Fähigkeit des Menschen zu großem Bösen, aber auch seiner Fähigkeit zur Überwindung von Tragödien und dem Wiederaufbau seiner Welt zu haben. Lasst unsere Kinder hierherkommen und diese Geschichte erfahren, auf dass auch ihre Stimmen sich vereinen, um zu verkünden: ,nie wieder‘. Und mögen wir derer, die umgekommen sind, nicht nur als Opfer gedenken, sondern als Individuen, die hofften und liebten und träumten wie wir und die zu Symbolen des menschlichen Geistes wurden.“

Frank-Walter Steinmeier

© Menahem Kahana/AFP/Getty Images

„Unfassbare Schuld haben wir Deutsche auf uns geladen. Hier an diesem Ort wird Erinnerung ganz Schmerz, Trauer, Scham. In Verantwortung für das, was geschehen ist, stehen wir fest an der Seite Israels und arbeiten für eine gemeinsame Zukunft.“

Hillary R. Clinton

© David Furst/AFP/Getty Images

„Yad Vashem ist ein Beleg für die Kraft der Wahrheit im Angesicht der Leugnung, die Widerstandsfähigkeit des menschlichen Geistes im Angesicht von Verzweiflung, des Triumphes des jüdischen Volkes über Mord und Zerstörung und eine Erinnerung für alle Menschen, dass die Lektionen aus dem Holocaust nie vergessen werden dürfen. Möge Gott Israel und dessen Zukunft segnen.“

Guido Westerwelle

© Gali Tibbon/AFP/Getty Images

„Wir werden nicht vergessen. Unsere Verantwortung bleibt. Unsere Freundschaft wächst.“

George W. Bush

© Jim Hollander/AFP/Getty Images

„Gott segne Israel.“

Sigmar Gabriel

© Gali Tibbon/AFP/Getty Images

„Nirgendwo sieht man so überdeutlich, zu wieviel Bösem Menschen fähig sind und wie unvergleichlich das Leid ist, das über andere gebracht wurde. Unsere Aufgabe ist es nun zu zeigen, zu wieviel Gutem wir als Menschen auch in der Lage sind, wenn wir uns jeden Tag daran erinnern, dass wir Menschen sind.“

Auch Martin Schulz besuchte 2014 Yad Vashem als Teil einer Israelreise in seiner Funktion als damaliger EU-Parlamentspräsident. Was er in das Gästebuch schrieb, ist allerdings nicht bekannt.