Wir sollten uns öfter bewusst machen, wie viel Müll wir produzieren

Wir sollten alle mehr darauf achten, wie viel Müll wir täglich produzieren. Ich habe heute den Selbsttest gewagt und für euch den Müll fotografiert, den ich während eines Arbeitstages im Büro verursacht habe.

Das ist nur ein kleiner Anteil dessen, was ich jeden Tag an Müll produziere.

Das ist nur ein kleiner Anteil dessen, was ich jeden Tag an Müll produziere.

Umweltschutz ist mir wichtig. Von klein auf haben mich meine Eltern auf das Thema getrimmt. Heute lese ich Artikel darüber, achte auf Mülltrennung in meiner Wohnung und beobachte akribisch die Entscheidungen der Politik.

Damit bin ich nicht allein. Wir wissen längst, dass wir unsere Umwelt beschützen müssen – und gehören trotzdem noch zu den größten Müllverursachern: Wir Deutsche produzieren mehr Abfall als die meisten Europäer, 2013 waren es sogar 617 Kilogramm pro Kopf. Woran das liegt? Wir machen uns womöglich genug Gedanken, aber im Alltag haben wir keine Zeit, wirklich danach zu handeln.

Um ein stärkeres Bewusstsein dafür zu bekommen, wie viel Abfall ich täglich produziere, habe ich heute all den Müll fotografiert, der während meines Arbeitstages zusammengekommen ist. Und so sieht das Ganze am Ende aus:

08:45 Heute früh habe ich mir ein Brötchen beim Bäcker gekauft, wie jeden Morgen. Das Brötchen wurde zwar in einer umweltfreundlichen Papiertüte verpackt, aber ob das tatsächlich besser für die Umwelt ist, hängt vom verwendeten Material und der Entsorgung ab.

Das ist die Brötchentüte von heute Morgen.

08:55 Ebenso wenig umweltschützend ist der Espresso, den ich heute Morgen im Büro getrunken habe. Es ist zwar total leicht, mit den Aluminium-Kapseln Kaffee zu kochen, aber gerade mit dieser Faulheit produzieren wir Berge an Müll.

Die nicht sehr umweltfreundliche Espresso-Kapsel.

10:16 Es ist wieder soweit. Nach über einer Stunde im Büro brauche ich bereits meinen zweiten Espresso. Beweiskapsel nicht vorhanden, aus Scham.

11:48 Und ich habe ganz vergessen, den Wasserkocher, den ich gestern gekauft habe, auszupacken. Aber wo ist der Wasserkocher? Schwer zu finden bei so viel Verpackung.

Ganz versteckt im Müll – mein neuer Wasserkocher.

12:45 Endlich Mittag! Ich brauche mittags immer was Warmes im Bauch, sonst werde ich schlapp und kann nicht mehr klar denken. Außerdem tut es auch mal ganz gut, zwischendurch ein bisschen Luft zu schnappen. Und zack, fällt wieder Verpackungsmüll an. Und eine Tiffin-Box habe ich nicht.

Ja, da war vorhin noch mein Mittagessen drin.

13:15 Wieder zurück im Büro. Unterwegs habe ich mir beim Obst-Späti ein paar Pfirsiche geholt. Ob die Plastiktüte wirklich sein musste?

Ein bisschen Obst für den Nachmittag.

13:25 Nach dem Essen brauche ich immer ein bisschen Koffein. Ob ich nochmal einen Espresso trinken sollte? Nee, lieber nicht.

Ja, ich hab’s wieder getan.

16:44 Das Mittagessen ist irgendwie schon ziemlich lange her. Ein Kaugummi zwischendurch kann nicht schaden. Oder zwei. Oder …

Meine leeren Kaugummi-Papiere.

17:55 Gleich ist Feierabend. Natürlich ganz wichtig – vor dem Verlassen des Büros den Schreibtisch leer räumen. Ich hoffe, ihr macht das auch so schön wie ich. Und habt heute noch weniger Abfall verursacht.

Auch auf meinem Schreibtisch verursache ich Müll.