So wird euer Island-Trip günstiger, schöner und entspannter

Low Budget in Island? Fast ein Ding der Unmöglichkeit. Eine Nacht in einem schäbigen Hostel kostet meist mehr als 60 Euro, ein Sixpack Bier 15 Euro und eine Kugel Eis mindestens drei Euro. Unsere Autorin hat bei ihrem Trip durch Island dennoch ein paar Tipps und Tricks gesammelt, um die Kosten erheblich zu senken.

© Julia Kleene

Julia Kleene hat bei ihrem Island-Trip ganz genau aufs Geld geachtet. © Julia Kleene

1. Daumen raus

Per Anhalter zu fahren ist in Island nicht schwierig und auch etwas für Hitchhiking-Anfänger*innen. Die meisten Tramper*innen, die wir mitgenommen haben, standen nicht länger als zehn Minuten an der Straße. In Island gibt es mehr Autos als Einwohner*innen. Auch die Website samferda.is kann helfen, Mitfahrgelegenheiten oder Reisepartner zu finden. Statt das teure und langsame Bussystem zu nutzen, lohnt es sich meist auch, selber ein Auto zu mieten. Falls ihr Island einmal auf der Ringstraße umrunden wollt, verzichtet auf ein Auto mit Allradantrieb – damit spart ihr meist die Hälfte des Preises. Gute Autovermietungen sind Procar und Faircar. Wer mehr Fläche braucht, findet bei Kukucampers Transporter mit einer Liegefläche zum Schlafen. Meist lohnt es sich, eine Versicherung gegen Kiesschäden abzuschließen, da nicht alle Straßen geteert sind.

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2. Vergesst Hostels und Hotels

Hostels in Island sind ihren Preis nicht wert. Spart euch das Geld und geht stattdessen campen. Auf einem Zeltplatz kostet das um die zehn Euro die Nacht. Jedoch ist das Zelten in Island fast überall erlaubt. Stellt nur sicher, dass ihr niemanden stört. Auch Couchsurfing und das Schlafen im Auto könnten Alternativen sein.

Schöner als im Hotel und Hostel: In der isländischen Natur ist Campen erlaubt. Foto: © Julia Kleene
Schöner als im Hotel und Hostel: In der isländischen Natur ist Campen erlaubt. Foto: © Julia Kleene

3. Bónus ist die erste Anlaufstelle

Obwohl ich meinen halben Rucksack mit Lebensmitteln aus Deutschland befüllt habe, reichte das Essen natürlich nicht für zwei Wochen aus. Der allergünstigste – und doch immer noch teure – Supermarkt in Island ist Bónus. Kronan und Nettó sind etwas teurer, aber immer noch hinnehmbar. Alkohol wird in Island nur in Spirituosengeschäften verkauft, in Supermärkten findet man nur Bier bis 2,5%. Wenn ihr in einer Kneipe günstig Bier trinken möchtet, dann am Besten in der Bar 7 in Reykjavik. Nach intensiven Untersuchungen zahlreicher Bars, Kneipen und Clubs, haben wir dort mit ungefähr 2,50 Euro für einen halben Liter das günstigste Bier gefunden.

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4. Eine Sache, um die ihr euch keine Gedanken machen braucht

Es gibt eine Sache in Island, die für jeden erschwinglich ist: Wasser. Das gibt es nämlich überall gratis aus dem Wasserhahn in bester Qualität. Manche Hostels versuchen, ihren Gästen abgefülltes Wasser anzudrehen – lasst euch nicht übers Ohr hauen.

Im Geysir baden? Keine gute Idee. Es gibt allerdings viele Bäder, in denen ihr auch günstig ins Wasser hüpfen könnt. Foto: © Julia Kleene
Im Geysir baden? Keine gute Idee. Es gibt allerdings viele Bäder, in denen ihr auch günstig ins Wasser hüpfen könnt. Foto: © Julia Kleene

5. Ein heißes Bad für lau

Island ist bekannt für seine heißen Quellen, doch die meisten sind viel zu heiß, um darin zu baden. Auf der Seite Hotpoticeland.com findet ihr eine sehr ausführliche Karte mit den meisten heißen Quellen und Schwimmbändern, in denen Baden möglich ist. Ich kann vor allem das verlassene Schwimmbad Seljavellir empfehlen, welches inmitten der Berge liegt. Die blaue Lagune ist wohl die bekannteste Anlaufstelle für ein Bad, aber viel zu teuer.

6. Fragt nach Studentenrabatt

Zum Beispiel im Myvatn Natural Bad (viel, viel besser als die blaue Touristenlagune) bekommt ihr das Ticket mit Studenten- oder Schülerrabatt für nur 2.500 Kronen, anstatt für 4.000. Der Sparfuchs in euch freut sich – wieder zehn Euro gespart.

Apps helfen euch dabei, die Orientierung zu behalten. Foto: © Julia Kleene
Apps helfen euch dabei, die Orientierung zu behalten. Foto: © Julia Kleene

7. Orientierung ist das A und O

Anstatt ein Navigationssystem für elf Euro am Tag bei der Autovermietung zu nehmen, ladet euch lieber die kostenlose App Maps.me runter, wo ihr Karten downloaden und danach immer offline darauf zugreifen könnt. Inklusive Routen, Attraktionen und Tankstellen. Auf der Seite Safetravel.is erfahrt ihr Straßeninformationen und Sperrungen.

8. Grandiose Aussicht auf Reykjavik

Ein Must-see auf eurer Reise nach Island ist definitiv die Kirche Hallgrímskirkja. Einfach mit dem Fahrstuhl nach oben in den Glockenturm fahren und die Aussicht genießen.

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9. Gönnung muss sein

Bei allem Geiz sollte das Vergnügen nicht zu kurz kommen. Daher der Tipp: Geld kommt und geht, aber Erinnerungen bleiben. Spart nicht an den falschen Enden.