Wie du es dir in zwölf Schritten mit allen Mitmenschen verscherzt

Wir werden alle immer besser, fitter, schöner, schlauer und – netter. Vielleicht reicht es jetzt einfach mal. Mit diesen zwölf Schritten macht ihr euch bei anderen so richtig unbeliebt.

© Chip Somodevilla/Getty Images

Mach es wie George Bush, vergiss den unschuldigen Gesichtsausdruck nicht. © Chip Somodevilla/Getty Images

Du findest sympathische Menschen eher anstrengend und möchtest deine Freunde weiterhin mit unangenehmen Angewohnheiten belasten? Dieses Zwölf-Schritte-Programm hilft dir dabei:

1. Behalt dein Smartphone im Auge

Wir wollen immer das, was wir nicht haben können. Das gilt auch für Aufmerksamkeit. Selbst, wenn auf dem Smartphone-Display nur der Wetterbericht wartet: Starr konsequent drauf. Für den Anfang kannst du noch ab und zu aufschauen, aber dann stell sicher, dass du gehetzt – und vielleicht ein wenig verächtlich – wieder wegschaust.

2. …und vermeide jeden Blickkontakt

Wenn dir jemand etwas erzählt, schau am besten gar nicht mehr auf. Schau weg. Das ist am Anfang schwer, aber du wirst schnell merken, dass du auch nicht mehr wirklich zuhörst, wenn du wegschaust.

3. Sei passiv-aggressiv

Natürlich ist es nicht so leicht, mit anderen zu diskutieren. Fang langsam an. Sei passiv-aggressiv, dafür musst du gar nicht viel machen. Wenn jemand eine Meinung vertritt, sei dagegen. Wenn jemand etwas von dir will, mach es nicht. Wenn du diese Haltung vorlebst, werden sich auch andere bald entspannt zurücklehnen. So kannst du mit etwas Glück und Engagement auch das Klima deiner Firma oder Arbeitsgruppe sabotieren.

4. Beharr auf deinem Standpunkt

Die anderen sind Idioten, das darfst du niemals vergessen. Wie George Bush und die Chemiewaffen in Afghanistan. Da sind keine? Egal. Bleib bei deiner Haltung! Niemand versteht dein Fachgebiet so gut wie du. Und eigentlich weißt du es auch besser als die anderen. Deshalb kommen sie dir ja auch ständig mit neuen „Argumenten“.

5. Unterbrich andere

Eigentlich solltest du dir das auch alles nicht mehr anhören. Wenn dich jemand anlabert, unterbrich ihn. Oder vielleicht hast du auch einfach eine bessere Idee? Zuhören musst du jedenfalls nicht, denk daran. Mach dir lieber schon während der andere spricht Gedanken, wie du ihn möglichst effektiv aushebeln kannst.

6. Stell rhetorische Fragen

Fragen sind der Schlüssel zum Erfolg, hört man ja immer wieder. Stell also viele Fragen! „War das nicht von Anfang an klar?“ „Findest du wirklich, dass das so neu ist?“ „Das hältst du für eine witzige Idee?“ Und gib die Antwort auf jede Art von Frage immer selbst. Das treibt die Unsympathie auf ihren Zenit. Und was andere von dir denken, ist ja schließlich egal.

7. Wechsle Themen

Ist doch wirklich lame, was dein Kollege jetzt von dir will. Dem muss auch klar sein, dass dein Leben viel spannender ist als seins. Wenn er dir also wieder mal von der Krankheit seiner Mama erzählt: Scheiß drauf! Erzähl ihm lieber, wie geil es am Wochenende auf der Kneipentour war, zu der ihr ihn nicht mitgenommen habt. Empathie ist was für Schwächlinge.

8. Antworte zynisch und sarkastisch

Wenn die Menschen um dich herum von selbst nicht kapieren, dass sie es nicht drauf haben, dann mach es ihnen durch triefend sarkastische Antworten klar. Harte Fälle verlangen nach eisigem Zynismus. Du weißt nicht, wie das geht? Okay, dann einmal für Anfänger: Ein Kollege macht einen Vorschlag. Du überlegst blitzschnell, was schlimmstenfalls passieren könnte. Sprich das aus. Und lass keine positiven Alternativen zu. Sei herablassend, böse. Mach dem Kollegen klar, wie unwürdig sein Vorschlag war.

9. Halte Zusagen nur ein, wenn es dir nutzt

Du hast etwas versprochen? Vergiss es. Zusagen müssen im Licht aktueller Ereignisse gesehen werden. Und wenn du jetzt etwas Besseres zu tun hast als für deine Kollegin die Präsentation gegenzulesen – ihr Pech. Sag ihr einfach, es sei alles okay. Das merkt die eh nicht. Und dann: Freu dich auf die Präsentation und mach sie auf Fehler aufmerksam, die du währenddessen entdeckst.

10. Such dir Verbündete – für den Moment

Jetzt fangen die Leute wahrscheinlich langsam an zu reden. Wehr dich! Such dir einen Verbündeten. Erzähl ihm alles, was dich an den anderen stört. Und horch ihn ein wenig aus. Wenn du ihm ein paar fiese Aussagen über die anderen entlocken konntest, lass ihn fallen. Geh zum Nächsten. Das wird ein Spaß.

11. Schnorr dich durch

Ihr habt eine Snackbox? Einen Kaffee-Automaten? Die Kollegen bringen regelmäßig Bier mit? Super! Das sind tolle Gelegenheiten, etwas gratis abzugreifen. Durchschnorren kannst du dich übrigens auch bei Arbeitsleistungen und Ideen. Bedien dich rücksichtslos bei den anderen. Nur so kommst du voran.

12. Lass deine Launen an anderen aus

Wenn du so weit gekommen bist, dann lass einfach los. Lass dich gehen, du kannst das. Deine Fahrt ins Büro hat genervt? Dein Kaffee war schlecht? Am besten, du reagierst dich ab: an den anderen. Idealerweise übrigens an Praktikanten oder Aushilfen. Sie können sich am wenigsten wehren. Mach es wie Donald Trump, der vergreift sich am liebsten verbal an Menschen, die er für schwächer hält.

So, herzlichen Glückwunsch! Du bist ein Arschloch.