„Wir wollen hier keinen Hass“: Botswana verweist homophoben US-Pastor des Landes

Steven Anderson hetzte im Gespräch mit einem botswanischen Radiosender gegen Homosexuelle. Die Regierung hat den Pastor jetzt aus dem Land verbannt.

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Er rief zu Massenerschießungen von Schwulen und Lesben auf, "um die Welt von AIDS zu befreien". © Screenshot | Twitter

Als Menschen auf der ganzen Welt wegen des Attentats auf den Pulse-Nachtclub in Orlando trauerten, feierte er: Pastor Steven Anderson. Der homophobe Leiter einer fundamentalistisch-baptistischen Kirche im US-amerikanischen Arizona lobte damals den Attentäter: „Wir können froh sein, weil es jetzt 50 Pädophile weniger in der Welt gibt.“ Er sei im Gegenteil traurig darüber, dass überhaupt homosexuelle Menschen in dem Club überlebten.

In der Vergangenheit hatte Anderson Homosexuelle mit Axt-Mördern oder Hitler verglichen, sagte häufiger Dinge wie „Man sollte sie alle töten“. Homosexuelle sind in seinen Augen „schmutzige Schwuchteln“, weil sie „Kinder entführen und vergewaltigen“. Auf der Website seiner Kirche steht: „Wir glauben, dass Homosexualität eine Sünde und ein Gräuel ist, was Gott mit dem Tode bestraft.“

Derzeit befindet er sich auf Reisen und möchte Menschen in Afrika durch Reden und Interviews zu seinem Glauben missionieren. In Großbritannien, wo er zwischenlandete, wurde ihm die Einreise verwehrt. Auch Südafrika weigerte sich am 13. September, ihm Zutritt zum Land zu gewähren, nachdem die LGBTQ-Community des Landes mit einer Petition über 60.000 Stimmen dagegen gesammelt hatten.

Als Antwort teilte Anderson in einem Facebook-Post mit, dass er Mitleid mit den Menschen in Südafrika habe. Aber immerhin stünden ihm und seiner Botschaft in Botswana alle Türen offen. Denn Homosexualität steht dort unter Strafe.

In Botswana angekommen, betraten jedoch bei einem Gespräch mit dem Radiosender GABZ Regierungsbeamte das Studio und eskortierten ihn nach draußen. Die Regierung stufte ihn als „verbotenen Einwanderer“ ein und verbannte ihn jetzt des Landes.

Anderson hatte im Radiointerview gesagt, die Bevölkerung Botswanas leide unter Alkoholismus und „Trunkenheit“, die religiösen Führer seien „Zahnlose“, die Frauen erlauben zu predigen. Die übersetzten Bibeln seien „korrupter Dreck“. Er wiederholte außerdem einige homophone Aussagen: Homosexuelle sollten etwa zu Tode gesteinigt werden.

Die queere Community in Botswana hatte zuvor versucht, die Einreise Andersons zu verhindern – ohne Erfolg. Zur Ausweisung Andersons sagte der Botswanische Präsident Ian Khama der Nachrichtenagentur Reuters: „Er wurde beim Radiosender festgenommen. Ich sagte, sie sollen ihn festnehmen und des Landes verweisen. Wir wollen keine Hassrede in diesem Land. Das soll er in seinem eigenen Land machen.“

Die botswanische Menschenrechtsorganisation „Lesbians, Gays & Bisexuals of Botswana“ (LEGABIBO), teilt mit, sie seien von der Entscheidung der Regierung begeistert. Sie kämpft seit Jahren um die Rechte von homosexuellen Menschen im Land.