Sorry, aber das Ausblasen der Kerzen verseucht deine Geburtstagstorte

Von wegen „Wünsch dir was!“

Bakterienschleuder. Quelle: Pixabay / CC0

Okay, es gibt eine neue Studie, die unglücklich macht. Ins Deutsche übersetzt, trägt sie den gemeinen Namen Die bakterielle Übertragung, die mit dem Ausblasen von Kerzen auf Geburtstagstorten einhergeht und darin stehen Dinge, die unseren Geburtstag ein bisschen weniger schön machen.

Ein Forschungsteam rund um Paul Dawson, Professor an der Clemson University im US-Bundesstaat South Carolina, fand heraus, dass wir durch das Ausblasen der Kerzen auf Geburtstagstorten diese regelrecht mit Bakterien verseuchen. Das machten sie ausfindig, indem sie eine aus Styropor bestehende Form glasierten, darüber Folie legten, Kerzen hineinsteckten, anzündeten und los pusteten. Danach machten sie sich mittels Agarplatten an die Zählung der Bakterien.

[Außerdem auf ze.tt: So schön können Bakterien aussehen]

Das Ergebnis waren viele Bakterien. Viele, viele, sehr viele Bakterien. Im Durchschnitt erhöhte das Ausblasen der Kerzen die Anzahl der Bakterien um 1.400 Prozent, es waren nach dem Blasen also 14-mal mehr Bakterien auf der Tortenoberfläche als zuvor. In einem speziellen Fall waren es sogar 120-mal so viele. „Manche Menschen blasen auf die Torte und es passiert kein Bakterientransfer. Dann gibt es ein oder zwei Personen, die aus irgendeinem Grund sehr viele Bakterien übertragen“, sagt Dawson zu The Atlantic.

Wenn man sich überlegt, wie viele Geburtstage man schon in seinem Leben gefeiert hat, nicht nur seine eigenen, auch die im Freundeskreis, der Familie, Arbeitskolleg*innen, Partner*innen und deren Familien und sich traut zu überlegen, wie viele Geburtstagstorten es auf diesen Feiern gab – es müssen Hunderte, wenn nicht Tausende sein. Jede einzelne dieser Torten bildete die Grundlage für einen See an fremden Bakterien. Die gute Nachricht: So schädlich kann dieses Plus an Bakterien gar nicht sein. Oder werdet ihr nach jeder Geburtstagstorte krank?

[Außerdem auf ze.tt: Warum die 5-Sekunden-Regel ein Mythos ist]

Dawson sagt, dass sich deshalb niemand die Geburtstagsfeier ruinieren lassen sollte. Seine Forschungsergebnisse seien kein Grund zur Sorge, niemand müsse gesundheitliche Bedenken haben: „In Wirklichkeit ist selbst nach 100.000 Malen das Gesundheitsrisiko sehr minimal.“ Denn der menschliche Mund würde ohnehin von Bakterien wimmeln, der Großteil davon ist unschädlich. Gott sei Dank, sonst würde Küssen nur halb so viel Spaß machen. Und wenn das Ausblasen von Kerzen auf Geburtstagskerzen wirklich dazu beitragen würde, tödliche Krankheiten zu verbreiten, wäre das mittlerweile bekannt, oder? Ist der*die Ausbläser*in offensichtlich erkältet und rotzt die komplette Torte voll, ist der Fall hingegen klar, oder?

Die Idee zur Forschung kam angeblich von seiner Tochter, die Geburtstage genauso wie jede*r andere Teenager*in liebt. Dawson beschäftigte sich aber nicht nur mit Geburtstagstorten, sondern versuchte darüber hinaus die üblichen Hygiene-Fragen rund um das Thema Essen zu beantworten: Gilt die Fünf-Sekunden-Regel wirklich? (➤ auf gar keinen Fall!) Ist es unhygienisch, wenn man ein bereits angebissenes Nacho ein zweites Mal in die Salsa-Soße tunkt (➤ sehr!), sich mit jemandem anderen Popcorn teilt? (fast gar nicht!) oder Beer-Pong spielt ( so was von!).