Sorry Frauen, aber Karriere ist in Deutschland weiter Männersache

Deutschland hat den besten Reisepass der Welt. In anderen Bereichen sind wir dafür ganz schöne Verlierer. Beispielsweise bei der Gleichstellung von Frauen und Männern am Arbeitsplatz.

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Frauen und Karriere? Vielleicht bald. © SHipskyy / photocase.de

Viertletzter von 18 europäischen Ländern. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie von Glassdoor, einem Startup, auf dessen Websites Arbeitnehmer ihre Gehälter angeben und vergleichen können. Die Studie hat den Prozess der Gleichstellung von Frauen und Männern am Arbeitsplatz in Europa untersucht. Hierfür wurden Daten des World Economic Forum, der Europäischen Kommision, der OECD und Eurostat analysiert und ausgewertet.

[Außerdem auf ze.tt: Umfrage: Fühlst du dich als Frau gleichberechtigt in Deutschland?]

Das Ergebnis: Frauen sind in Deutschland in vielen Bereichen des Arbeitslebens noch längst nicht mit ihren männlichen Kollegen gleichgestellt. In Führungspositionen sind Frauen in Deutschland deutlich in der Unterzahl: Nur 30 Prozent sind auf dieser Karrierestufe weiblich. Besonders unterrepräsentiert sind Frauen auf Management- und Vorstandsebene.

Kosten der Mutterschaft sind hoch

Alle von Glassdoor untersuchten Studien wurden für zu einer Endnote aggregiert. Die ermittelten Werte sind also Noten: 0,1 ist am schlechtesten; 1,0 ist die beste Note.

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Die Arbeitslosenrate von Frauen ist allgemein höher als die von Männern. Die ermittelten Werte für Italien (0,0) Griechenland (0,1) und Irland (0,5) sind am niedrigsten. Deutschland erreichte nur einen Wert von 0,6. Am besten schneiden Schweden (0,9), Norwegen (0,9) und Finnland (1,0) ab.

Die „Kosten der Mutterschaft“, also Ausgaben für das Wohl des Kindes und die unbezahlte Hausarbeit, die meist an Frauen hängen bleibt, sind überall hoch. Irland ist hier mit einem Wert von 0,0 auf dem letzten Platz, Deutschland ist vorletzter (0,3) und Norwegen liegt – entgegen einem sonst hohem Abschneiden im Ranking – bei einem Wert von 0,4.

 

© Glassdoor Economic Research
© Glassdoor Economic Research

Außerdem bestätigte die Studie: Es gibt einen Unterschied in der Bezahlung von Männern und Frauen. Der wird zwar kleiner, je höher die Schulbildung der Frau ist. Der Gehaltsunterschied ist aber größer, wenn die Frauen ein Kind bekommen.

Karriere ist in Deutschland also immer noch Männersache. Es ist sowas von Zeit, das zu ändern.

weitere Links:

  • In dieser Studie hat das Wall Street Journal die unterschiedliche Bezahlung von Männern und Frauen in den USA untersucht
  • In dieser Studie von McKinsey wurde untersucht, in welchen Bereichen investiert werden muss, um Gleichstellung zu erreichen

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