Umfrage: Wann willst du dein erstes Kind kriegen?

Während es in der Generation unserer Großeltern üblich war, früh zu heiraten und Kinder zu bekommen, gehen wir damit heute viel freier und flexibler um. Doch, wenn man Familie will, wann ist eigentlich der richtige Zeitpunkt? 

© victorgeorgiev / photocase.de

Happy. © victorgeorgiev / photocase.de

Eins können wir schon verraten: Für niemanden der acht Befragten ist die Antwort: „Ich will mein erstes Kind jetzt.“

Sebastian (21), Immobilienkaufmann

© Hanna Fecht
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Wenn man eine Familie gründen möchte, sollte man als Paar eine gute finanzielle Basis und die Sicherheit im Job mitbringen. Man will dem Kind eine gute Kindheit und Zukunft ermöglichen – und dazu braucht man Geld. Ich finde mit Ende 20 kann man anfangen, über Kinder nachzudenken. Da bringt man nochmal eine andere Reife mit als jetzt. Wenn man eine Familie gründet, geht es nicht mehr nur um einen selbst. Man erschafft kein neues Leben, um sein Single-Leben unbeirrt weiterzuführen.

Sina (27), Beauty-Redakteurin

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Da mein Freund und ich schon total lange eine glückliche Fernbeziehung führen, freuen wir uns jetzt nach über sechs Jahren erstmal, endlich zusammen zu ziehen. Das steht die Familiengründung noch in weiter Ferne. Prinzipiell glaube ich, dass es kein Mindestalter für die Eltern oder für die Beziehung gibt. Ich habe Freundinnen, die unbedingt schon jung, also zwischen 18 und 20 Mutter werden wollten und auch wurden – die sind ganz, ganz tolle Mütter und haben Job und Familie super gewuppt gekriegt. Für mich war es immer wichtig, erstmal lange genug in meinem Beruf gearbeitet zu haben, sodass ich nach einer Schwangerschaft wieder problemlos in meine Arbeit zurückfinde. Bei vielen meiner Kolleginnen hat das auch super geklappt. Ein harter Job. Aber mit der richtigen Willensstärke halte ich das für machbar.

Meike (23), Studentin im Bereich Kommunikation 

© Hanna Fecht
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Ich habe als Lesbe das Problem, oder vielleicht auch den Vorteil, dass das Kinderkriegen nicht einfach so passiert. Dieses Vorhaben muss gut geplant sein. Ich denke, man sollte finanziell unabhängig sein und einen gewissen Erfahrungsschatz haben, den man an sein Kind weitergeben kann. Dabei kommt es auf die Persönlichkeit, nicht auf das Alter an. Ich persönlich sehe Kinder als eine Bereicherung für das eigene Leben. Sie lehren uns, Dinge nicht so ernst und engstirnig zu betrachten. Deshalb glaube ich auch gar nicht, dass man in Sachen Freizeit und Reisen Abstriche machen muss, im Gegenteil: Man kann das Kind überall mit hinnehmen und für dessen Entwicklung kann das nur bereichernd sein.

Yannick (24), Student im Bereich Medien

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Kinder sollte man dann bekommen, wenn die äußeren Umstände eine gewisse Sicherheit versprechen. Und damit meine ich nicht nur finanzielle Aspekte. Auch die Beziehung sollte stabil sein und funktionieren, und genauso sollte man die politische Lage einbeziehen. Auch wenn in Deutschland derzeit alles recht sicher ist, möchte ich vor meiner Familienplanung abwägen, ob ich mein Kind in eine Welt voller Rassismus, Armut oder Krieg setze. Im Endeffekt ist doch die Hauptsache, dass es dem Kind später gut geht. Und dafür sorgen die Eltern. Deshalb verstehe ich auch nicht, warum die Leute sich immer über Familienmodelle den Mund zerreissen müssen, die anders als das sind, wofür sie sich entschieden haben.

Warum wird eine Frau, die schnell wieder in ihren Job zurückgeht, als Rabenmutter dargestellt? Und warum gilt ein Vater, der mit dem Kind zuhause bleibt, nicht als richtiger Mann? Man muss sich als Paar einfach fragen, wer sich die Auszeit vom Job gerade eher leisten kann, auch finanziell. Und auch, wenn die Frau zuhause bleibt, heißt das nicht gleich, dass sie den Feminismus mit Füßen tritt und der Kerl die Hosen anhat. Wichtig ist doch nur, dass man als Familie alles füreinander gibt und nicht, was die anderen machen.

Farid (21), Student im Bereich Maschinenbau

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Ich möchte finanziell unabhängig sein und mich in einer Leitungsposition befinden, wenn ich Kinder bekomme. Am Anfang der Karriere halte ich das für schwierig, denn da wird die volle Leistung von einem gefordert. Da möchte ich lieber mit 100 Prozent bei der Sache sein und mich ordentlich hocharbeiten, um mir und meiner späteren Familie ein schönes und luxuriöses Leben zu ermöglichen. Ich kann mir für die Zukunft nichts Schöneres vorstellen, als nach Feierabend in ein volles Haus zu kommen, mit der Familie zu essen und zu lachen.

Christina (25), Bankangestellte

© Hanna Fecht
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Wenn man den richtigen Partner dazu hat, der die Verantwortung übernehmen kann. Aber vor allem auch, wenn man weiß, dass man familiäre Unterstützung in Anspruch nehmen kann und das Kind bei seinen Großeltern immer herzlich willkommen ist. So kann man sich alleine, aber auch als Paar noch guttun, verreisen und sich ausgleichen. Nur wer sich selbst gut tut, tut auch dem Kind gut. Ich finde, viel Geld ist gar nicht wichtig, das hatten meine Eltern auch nicht. Die Erziehung und die Liebe prägen das Kind, nicht das große Geld. Und ich glaube auch nicht, dass ich jemals morgens mit dem Gedanken aufwachen werde: “Jetzt bin ich bereit, Mutter zu werden”. Man macht einfach und wächst da rein. Wie in einen Job. Ein Auslöser, Kinder zu planen, könnte für mich aber sein, wenn alle Freundinnen schon Kinder haben.

Jana (23) Auszubildende 

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Wenn man bereit ist, als Vorbild zu leben, dann sollte man Kinder bekommen. Das bedeutet, dass man bis dahin persönlich und in seinem Weltbild gefestigt ist. Ich würde mal behaupten, dass das vor 25 kaum einer ist. Aber, auch wenn man Kindern viel geben muss: man bekommt genauso viel zurück. Ich möchte mir das Wunder einer Schwangerschaft in keinem Fall entgehen lassen und all die Hochs und Tiefs zusammen mit meiner Partnerin erleben. Ich möchte mich künstlich befruchten lassen – eine Adoption käme für mich nie in Frage.

Morgane (20), Psychologie-Studentin

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Man muss nur bereit sein, sich zu opfern. So ist das doch, wenn man Kinder bekommt: Man opfert sich selbst – aber in einem wunderschönen Sinne. Ich denke, da muss man sein Leben gelebt und alle Träume und Pläne, die man für sich hatte, verwirklicht haben. Bis ich eine Familie gründe, möchte ich viel gereist sein, meine Karriere ins Rollen gebracht haben und im ersten festen Job angestellt sein. Denn man muss sich auch immer das Worst-Case-Szenario ausmalen. In unserer Generation gehen viele Ehen zu Bruch. Ich möchte mich und mein Kind allein versorgen können. Oder im Notfall meinen Mann, falls er mal seinen Job verliert. Ich sehe das mit Kind und Karriere locker. Ich bin überzeugt, dass eine Frau gleichzeitig eine super Mutter und auch eine tolle Businesslady sein kann.