Ab nach draußen zur blutromantischen Mondnacht

Geht Ende September die Welt unter? Vermutlich nicht, und wenn doch, dann in der Nacht, dann sieht es ja keiner. Wie jetzt? Es geht um eine Supermond-Mondfinsternis. Verschwörungstheoretiker sind in ihrem Element, aber für Wissenschaftler und Verliebte hat das Event auch was zu bieten.

Michael Nagle/Getty Images

Montagfrüh strahlt der Mond rot - und der Himmel wird wohl klar sein. Michael Nagle/Getty Images

So nah, wie in der Nacht vom 27. auf den 28. September, ist der Mond der Erde nur selten. In dieser Nacht taucht er in den Erdschatten ein. Dann reflektiert er nicht mehr sein silbriges Licht zur Erde – er erscheint blutrot. Und durch seine Nähe zur Erde wirkt er bis zu 14 Prozent größer als sonst. Los geht es um 3.07 Uhr, um 6.27 ist alles vorbei. Die beste Sicht habt ihr von 4.11 bis 5.23 Uhr.

Der letzte „Blutmond“ dieser Größe war im Jahr 1982 – Nicole gewann mit „Ein bisschen Frieden“ den Eurovision Songcontest, Michael Jackson veröffentlichte „Thriller“ und unsere Eltern betrauerten die Trennung der schwedischen Band Abba, in Deutschland gründeten sich die Toten Hosen und die Ärzte.

Die nächste Supermond-Mondfinsternis findet erst im Jahr 2033 statt. Dann sind die Toten Hosen und die Ärzte wahrscheinlich mit Revival-Alben am Start und wir sind so alt, dass wir das Ereignis unseren Kinderchen erklären müssen. Idealerweise doch den Kindern, die wir in dieser Nacht gezeugt haben. Was sonst soll man unter einem so außergewöhnlichen Himmel machen?

Mond, Erde und Sonne stehen in einer Linie. Dadurch wirkt der Mond rot verfärbt. © Nasa
Mond, Erde und Sonne stehen in einer Linie. Dadurch wirkt der Mond rot verfärbt. © Nasa

Die Nasa hat ein Erklärvideo zur Mondfinsternis veröffentlicht.

Der Mond kommt der Erde so nahe, weil er sie auf einer Ellipse umkreist. Das ist besonders gut zu erkennen, wenn die erdnahe Phase mit einem Vollmond zusammenfällt, schreiben die Kollegen von Spektrum.

Schon eine normale Mondfinsternis lockt weltweit Menschen aus ihren Häusern.

Mondfinsternis am 16. Juni 2011: Gläubige Hindu versammeln sich am Tempel von Varanasi am Ganges. © STR/AFP/Getty Images
Mondfinsternis am 16. Juni 2011: Gläubige Hindu versammeln sich am Tempel von Varanasi am Ganges. © STR/AFP/Getty Images
Nahe der Copacabana in Medellin, Kolumbien treffen sich die Menschen zur Mondfinsternis am 14. April 2015. © Raul rboleda/AFP/Getty Images
Nahe der Copacabana in Medellin, Kolumbien treffen sich die Menschen zur Mondfinsternis am 14. April 2015. © Raul Arboleda/AFP/Getty ImagesU

Und hey – vergessen wir mal nicht die schaurige Romantik, die so ein roter Mond mit sich bringt.

Geht jetzt die Welt unter?

In früheren Zeiten bekamen die Menschen Angst vor solchen Phänomenen.

The border details of John Speed’s elegantly engraved (and sloppily hand-colored by who-knows-whom) world #map include vignettes of the four elements, astrological and astronomical information, and portraits of European explorers. Here, for instance, just below The Southerne Unknowne Land, you see the constellations visible in the southern hemisphere, “Aire,” a lunar #eclipse, and Oliver’s Vander Noort. We especially love Aire’s feathery friends…and his #chameleon. During the European #Renaissance, chameleons came to symbolize the element, as it was commonly believed that chameleons ate and drank nothing but air and yet still somehow survived. How did this myth come about, you wonder? Thank Pliny the Elder, whose Naturalis Historia (c. 77-79 AD) served as the basis for natural philosophy well into the 17th century. John Speed, "A new and accurat map of the world,” A prospect of the most famous parts of the world, 1662. Call Number: G1015 .S64 1662. http://maps.bpl.org/id/17633.

A photo posted by Norman B. Leventhal Map Center (@bplmaps) on

Das ist heute übrigens auch nicht anders. Weil wir schon die vierte Mondfinsternis binnen zwei Jahren sehen – und alle an jüdischen Feiertagen stattfanden – soll nun die Welt untergehen. Das sei sogar in der Bibel belegt, zitiert die Daily Mail den Pastor John Hagee. Das sei auch nichts, was sich ein „religiöser Think Tank“ ausgedacht habe – es sei statistisch belegt durch Katastrophen; sie betrafen vor allem Juden. 1493 war es ihre Verbannung der Juden durch die Inquisition in Spanien. 1967 sei der Sechs-Tage-Krieg zwischen Arabern und Israelis ein Beleg, 1949 – eher ungefähr – war kurz zuvor der Staat Israel gegründet worden (das fanden Juden wohl eher weniger katastrophal).