Terror in Dresden: CSU fordert Glatzenverbot

Der Terror ist in Dresden angekommen. Wir haben Reaktionen aus Politik und Medien gesammelt.

© dpa/Sebastian Kahnert

Sprengstoffanschläge in Dresden © dpa/Sebastian Kahnert

Am Montagabend ist in Dresden ein Sprengstoffanschlag mit vermeintlich fremdenfeindlichem Motiv verübt worden. Vor einer Moschee, in der sich zum Zeitpunkt der Explosion noch der Imam mit seiner Frau und seine zwei Söhne befanden, explodierte ein Sprengsatz. Laut Polizeiangaben blieben sie unverletzt.

So haben Medien und Politiker*innen auf den Anschlag reagiert. Fast.

Der Dresdner Bürgermeister sagte in einer ersten Pressemitteilung: „Wir müssen uns das Umfeld des Täters anschauen, in dem er radikalisiert wurde. Wir brauchen Maßnahmen, die dafür sorgen, dass Nazis sich besser integrieren.“ Er erwägt außerdem, ein Alkoholverbot und eine nächtliche Ausgangssperre für Nazis einzuführen.

Angela Merkel meldete sich direkt nach dem Anschlag zu Wort und versicherte den rund 4 Millionen Muslimen und Muslima in Deutschland: „Wir schaffen das!“

Phoenix, n-tv und N24 berichteten live von den Geschehnissen in Dresden. ARD und ZDF richteten am heutigen Dienstag Sondersendungen ein.

Der Hashtag #dresden trendete schon in der Nacht auf Twitter, während die TV-Debatte zwischen Hillary Clinton und Donald Trump beinahe unterging.

Experten waren sich schnell einig: „Hinter den Anschlägen steckt klar eine Ideologie des Terrors.“ Ob die Attentäter alleine handelten oder durch eine Terrororganisation gelenkt wurden, sei jedoch noch unklar.

Die CSU setzte ein klares Statement gegen Rechts: Sie fordert eine Obergrenze für Nazis. Nazis, die Verbrechen oder Gewalttaten verüben, sollen schneller und konsequenter abgeschoben werden. Über die Frage nach dem „Wohin?“ streitet man sich aktuell mit der Schwester-Partei CDU.

„Für manche entsteht der Eindruck, sie könnten sich alles erlauben, weil sie gar nicht verstehen, wie milde der Staat bei Gesetzesverstößen reagiert“, sagte der CDU-Innenexperte im Bundestag.

Die Unions-Innenminister fordern außerdem ein bundesweites Verbot von Glatzköpfen und Springerstiefeln im öffentlichen Raum.“ Wir lehnen einhellig Glatzköpfe und Springerstiefel ab, sie passen nicht zu unserem weltoffenen Land“. In Deutschland sei kein Platz für Menschen, für die „Mein Kampf“ wichtiger ist als das Grundgesetz.

Sogar die AfD meldete sich zu Wort: „Unter den Geflüchteten sind viele Menschen, die vor Krieg und Terror geflohen sind. Dass sie nun in Deutschland aufgrund ihres Glaubens um ihr Leben fürchten müssen, ist eine Schande.“

In Facebook-Gruppen fordern besorgte Bürger*innen, dass sich jetzt alle Rechtspopulisten von Gewalt und Terror distanzieren und sich offen zu den Werten unserer Gesellschaft bekennen müssten. Sie kritisieren außerdem die Polizei dafür, dass sie den rechtsextremen Hintergrund zurückgehalten habe.