Tortenklatsche für AfD-Politiker

„Tortaler Krieg“: Politische Aktivisten des Peng!-Kollektivs hatten eine zuckersüße Überraschung für die AfD-Parteivorsitzende Beatrix von Storch und den Parteisprecher Albrecht Glaser.

© Carsten Koall/Getty Images

Beatrix von Storch: Alles Süße kommt von oben. © Carsten Koall/Getty Images

Ein Clown mit goldener Pailletten-Mütze, das Lied „Happy Birthday“ und zwei saftige Sahnetorten, eine rechts und eine links – das klingt nach einer Geburtstagsüberraschung im Sitzungssaal der AfD im Pentahotel in Kassel. Bevor die Anwesenden verstehen, was vor sich geht, klatscht der Clown der Parteivorsitzenden Beatrix von Storch eine Torte ins Gesicht; Parteisprecher Albrecht Glaser schlägt geistesgegenwärtig zurück.

Kurz darauf veröffentlichte das Peng!-Kollektiv ihre Aktion auf einem Blog und lud ein Video auf Youtube hoch. Unter dem Hashtag #tortalerkrieg ging die Aktion auch bei Twitter viral.

Beatrix von Storch, Berliner AfD-Chefin und stellvertretende Bundesvorsitzende ist bekannt für ihre rechtspopulistischen Aussagen. Ende Januar zog sie mediale Aufmerksamkeit auf sich, als sie den Waffengebrauch bei illegalen Grenzübertritt auch bei Frauen und Kinder befürwortete – auf Facebook. Sofort schütteten sämtliche Medien Häme über sie. Ihre Reaktion: Sie habe das nicht gewollt und sei lediglich auf der Computermaus abgerutscht, schrieb das Zeit Magazin.

© FAZ / Screenshot
Screenshot: FAZ
© FAZ / Screenshot: HTTPS://WWW.FACEBOOK.COM/BEATRIXVONSTORCH/POSTS/1046239668750811
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Grund genug für das politische Peng!-Kollektiv, den PolitikerInnen einen klebrig-süßen Denkzettel zu verpassen. Auf dem Blog erkoren sie – mit einem Hauch von Ironie –  die Torte zum politischen „Stemm-Eisen“, von dem sie „an der moralischen Außengrenze des Landes Gebrauch gemacht“ haben.

Außerdem verglichen sie den Waffengebrauch mit von Storchs Aussage zum Einsatz von Schusswaffen:

“Wer den moralischen Grenzübertritt verhindern will, muss notfalls auch von der Sahnetorte Gebrauch machen.”

Bekannt wurde das Berliner Kollektiv – ähnlich wie das Zentrum für Politische Schönheit – durch politische Protest-Aktionen und Kampagnen, mit welchen sie zur gesellschaftlicher Ungehorsam und Mitbestimmung ermutigen wollen. Ein populäres Beispiel ist ihre „Vattenfake„-Aktion oder der Aufruf, FluchthelferIn zu werden.

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