Trotz billigen Öls: 2015 war ein Rekordjahr für erneuerbare Energien

Der Boom der erneuerbaren Energien hält trotz widriger Umstände an. Allerdings hat Europa seine Spitzenposition beim Ausbau verloren – an einen Konkurrenten aus Fernost.

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Windräder in Yumen, China. © picture alliance

Eigentlich sprach wenig dafür, dass 2015 ein gutes Jahr für Erneuerbare Energien werden würde: Die Preise für fossile Brennstoffe (Kohle, Öl, Gas) sind in den vergangen 18 Monaten stetig gesunken – normalerweise ein Indikator dafür, dass der Investitions-Eifer erlahmt. Doch das Gegenteil war der Fall, wie Bloomberg jetzt berichtet. Im Jahr 2015 wurde die Rekordsumme von 329 Milliarden US-Dollar ( 302 Mrd. Euro) in den Ausbau erneuerbarer Energien investiert.

Noch nie waren die Investitionen in Erneuerbare so hoch wie im vergangenen Jahr. © Screenshot Bloomberg

Die neu installierte Leistung von Wind, Solar & Co. betrug im vergangen Jahr 121 Gigawatt. Zum Vergleich: Deutschlands größtes Atomkraftwerk in Gundremmingen (Bayern) hat eine Leistung von knapp 2,7 Gigawatt.

2015 war auch das erste Jahr, in dem die Leistung von neu gebauten Windrädern und Solarpanels weltweit die von neugebauten Kohlekraftwerken und Gasturbinen überstieg.

Europa schwächelt

Ein weiterer Grund, warum 2015 eigentlich ein schlechtes Jahr für Erneuerbare Energien hätte sein müssen: In Europa, einst Vorreiter für Erneuerbare, wurde im vergangenen Jahr so wenig investiert wie seit 2006 nicht mehr. Der Grund dafür ist nach Angaben von Bloomberg, dass Europa wirtschaftlich auf der Stelle tritt. Der Wachstumsschub kam im Jahr 2015 vor allem aus China, das Europa beim Ausbau von Wind- und Solarkraft überholt hat.

China gab die Rekordsumme von knapp 111 Milliarden US-Dollar (101 Mrd. Euro) für den Ausbau von Erneuerbaren aus. © Bloomberg