Es gibt noch mehr sexistische Trump-Videos – und Crowdfunding soll sie ans Licht bringen

Dort, wo das Video mit den sexistischen Aussagen von Donald Trump herkam, gibt es offenbar noch viel mehr. Doch das Material wird unter Verschluss gehalten. Trumps Gegner wollen es durch Crowdfunding unbedingt ans Licht bringen.

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"I never said that" funktioniert womöglich bald nicht mehr. © Gettyimages

„Fass‘ ihr an die Muschi“, sagt Donald Trump in dem NBC-Video aus dem Jahr 2005, das kurz vor der zweiten Fernseh-Debatte mit Hillary Clinton öffentlich wurde und einen Aufschrei auslöste. „Du kannst alles tun, was du willst, wenn du Milliardär bist.“ Der Präsidentschaftskandidat relativierte seine sexistischen Worte, tat sie als „Männergespräch in der Umkleidekabine“ ab.

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Jetzt wurde bekannt, dass es offenbar noch viel mehr Video- und Ton-Material gibt – vor allem aus der Show „The Apprentice“ – auf dem sich Trump frauenfeindlich äußert. Sollte es veröffentlicht werden, könnte das das endgültige Wahlkampfaus für den 70-Jährigen bedeuten.

Der Produzent der US-amerikanischen TV-Show The Apprentice, Mark Burnett, verwaltet den brisanten Stoff, berichtet das Politico Magazine. Es gibt nur ein Problem: Er will es nicht veröffentlichen. Wie US-Medien berichten, unterzeichneten die Mitarbeiter der Show nämlich einen Vertrag, das Material unter Verschluss zu halten – und sollten sie in brechen, droht ihnen eine Strafe von 5 Millionen US-Dollar. Burnett selbst behauptet, die Vertragsstrafe sei ein Mythos. Der Sender habe nichts dergleichen aufgesetzt und die Videos befänden sich auch nicht mehr in seiner Obhut.

5 Millionen für Enthüllungen

Trotzdem wittern die Trump-Gegner eine Chance, ihm jetzt endgültig das Wasser abzugraben: Eine Crowdfunding-Kampagne, die vor zwei Tagen startete, soll 5 Millionen US-Dollar sammeln. Das Geld wird NBC-Mitarbeiter*innen geboten, die bereit sind, das Videomaterial zu veröffentlichen. So bräuchten sie keine Angst vor der Strafzahlung haben.

Sie sehnen sich durch das #TrumpGate endlich das Ende seiner Kandidatur herbei. Denn wie rassistisch und diskriminierend sich ein Mann in den USA auch zeigen darf, wie oft er Mexikaner als Vergewaltiger betiteln kann: Geht es um ihre Frauen und Sex, verstehen die weißen, konservativen Amerikaner keinen Spaß. Und tatsächlich: Prominente Republikaner distanzieren sich von ihm, seine Umfragewerte sinken rapide.

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Es steht gerade nicht gut um „The Donald“. Seine Gegner üben sich indes in Zynismus: Es sei schade, dass es dazu offensichtlich erst sexistische Äußerungen in elf Jahre alten Videoaufnahmen benötige – nach all dem offenen Rassismus, der Diskriminierung und euphemistischen Gewaltfantasien, die er beinahe täglich auf seiner Schaubühne propagiert.

„Geht am 28. November wählen“, sagte Trump kürzlich. Bleibt zu hoffen, seine übrigen Wähler*innen nehmen ihn beim Wort: Der Rest der US-Amerikaner wählt nämlich schon am 8. November.