Nach einer Schießerei drückt Trump der falschen Stadt sein Beileid aus

In Kalifornien erschießt ein Mann vier Menschen. Trump drückt sein Mitgefühl aus, indem er einen alten Tweet recycelt. Sein Fehler macht auf ein viel größeres Problem aufmerksam.

Mitarbeiter*innen des FBI nahe des Tatorts in Rancho Tehama, Nordkalifornien. © ELIJAH NOUVELAGE/AFP/Getty Images

Am Dienstag hat ein Mann im nördlichen Kalifornien vier Menschen erschossen – bevor die Polizei ihn tötete. Auf deutschen Nachrichtenseiten war wenig über die Tat zu lesen. Zu gering die Opferzahl, zu kurz war der Fall des Mannes her, der in einer Kirche in Texas 26 Menschen erschossen hatte. Zu häufig hat man solche Meldungen aus den USA in jüngster Zeit gehört.

Auch US-Präsident Donald Trump schien nach seiner zwölftägigen Asienreise noch mit früheren Massenschießereien beschäftigt. Das zeigt sein Tweet, in dem er sein Beileid bekunden wollte.

Was ihm wohl entgangen war: Die aktuelle Schießerei trug sich nicht in Sutherland Springs, Texas, zu, sondern in Kalifornien. Trump hat sie offenbar mit der vor zehn Tagen in Texas verwechselt – oder seinen Tweet einfach kopiert. Denn der Wortlaut beider Kurznachrichten ist fast identisch. Damals hatte der Präsident Folgendes getwittert:

Die Kritik am Fauxpas des US-Präsidenten ließ nicht lange auf sich warten.

Zahl der Toten nach Massenschießereien so hoch wie noch nie

Zum Lachen ist dieser Twitter-Fehltritt dennoch nicht. Vielmehr zeigt er, dass die Abstände zwischen tödlichen Massenschießereien in den USA mittlerweile so kurz geworden sind, dass sie der Präsident des Landes nicht mehr auseinanderhalten kann. Mehr noch, wie Zahlen des Magazins Mother Jones zeigen, waren die Opferzahlen durch Massenschießereien noch nie so hoch wie in diesem Jahr.

Für Donald Trump dennoch bislang kein Grund strengere Waffengesetzen überhaupt nur anzudenken. Nach der Schießerei in der Kirche in Texas vor zehn Tagen gab er zu Protokoll: „Wie andere Länder auch haben wir viele Menschen mit psychischen Problemen in unserem Land. Mit Waffen hat das nichts zu tun.“