Tupac bekommt endlich die Ehre, die er verdient

Erstmals erscheint im Sommer ein Film über das turbulente Leben des Rappers im Kino. Am Wochenende wurde er außerdem in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.

Eine Wand in Los Angeles, die an den Rapper erinnern soll. © Gettyimages

Ich habe keine Angst vor dem Tod. Das Einzige, wovor ich Angst habe, ist, wiedergeboren zu werden.“

– Tupac Shakur (My only fear of death)

Am 13. September 1996 wurde Tupac Amaru Shakur auf offener Straße erschossen. Er wurde nur 25 Jahre alt. Einige Gerüchte besagen, sein Tod sei auf Streitigkeiten mit dem Rapper Notorious B.I.G. zurückzuführen, andere, es sei die Rache eines Mannes gewesen, der im Vorfeld von Tupacs Gruppe verprügelt wurde.

Die genauen Umstände seines Todes wurden bis heute nicht geklärt – und womöglich werden sie das auch nie. Vor seinem Tod gelang Tupac ein kometenhafter Aufstieg: vom schweren Leben in sehr ärmlichen Verhältnissen zu einem der erfolgreichsten Rapper aller Zeiten. Sein kurzes Leben war turbulent und bietet Stoff für unzählige Geschichten. Trotzdem wurde es bisher nie verfilmt und einem breiteren Publikum erzählt. Im Sommer ändert sich das.

Ein Film über den Mann hinter der Stimme

Als er 1986 mit seiner Familie nach Baltimore kam, hatte er das Privileg, eine Kunstakademie zu besuchen. Obwohl er dort als Schwarzer aus einem sozial schwachen Umfeld eher ein Außenseiter war, fühlte er sich sehr wohl. Er belegte Theater-, Literatur- und Ballettkurse und entdeckte sein künstlerisches Potenzial. Durch einen Schicksalsschlag geriet er dennoch auf die schiefe Bahn und versuchte sich im Drogenhandel. Nebenher begann er, über Missstände im Land zu rappen. Nach einem Engagement bei der Gruppe Digital Underground startete er 1991 seine Solokarriere.

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Was viele nicht wissen: Tupac sah sich zu dieser Zeit vor allem als politischer Aktivist. Seine Musik war durch und durch politisch motiviert, zusätzlich gründete er Stiftungen und ein Sorgentelefon für hilfsbedürftige Kinder und Jugendliche. Der Widerstand wurde ihm sprichwörtlich in die Wiege gelegt: Schon seine leiblichen Eltern gehörten der Black-Panther-Bewegung an. Sie gaben ihm seinen Vornamen – eine Anspielung auf Túpac Amaru II, der sich als Freiheitskämpfer der Inkas 1780 gegen die spanische Inquisition stellte.

Immer wieder geriet er während seiner Karriere auch in schwere Konflikte, musste mehrmals ins Gefängnis, unter anderem wurde er einer sexueller Belästigung auf einer Tanzfläche einer Party beschuldigt, die er sein restliches Leben abstritt. Das Biopic All Eyez On Me, das im Sommer im Kino anläuft, soll zusammen mit Weggefährt*innen entstanden sein und viele offene Fragen beantworten. Ein aktueller Trailer wurde am Wochenende veröffentlicht.

Sein Einfluss auf die Musikwelt wurde jetzt geehrt

Wie auch immer man zu ihm stehen mag: Tupacs Arbeit prägte Generationen. Insgesamt verkaufte er über 75 Millionen Tonträger. Nach seinem Tod wurde unveröffentlichtes Material verarbeitet und Gedichte veröffentlicht, die er in seinen Jugendjahren schrieb. Sein Einfluss auf die Musik, insbesondere auf den Hip-Hop, ist riesig. Seine Arbeit inspirierte zahlreiche andere Musiker*innen. Er gilt bis heute als eine der kräftigsten Stimmen des Genres.

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Deshalb wurde er nun postum geehrt und in die Rock and Roll Hall of Fame im US-Bundesstaat Ohio aufgenommen. Die Künstler*innen werden von einer Jury gewählt. Die Bedingung für eine Ehrung ist, dass erste Aufnahmen vor 1991 veröffentlicht wurden.

Snoop Dogg nahm den Preis für seinen Freund entgegen und spielte den gemeinsamen Song 2 of Amerikaz Most Wanted. In seiner Rede berichtete er über Tupac: „Er erinnerte uns immer daran, dass wir alle nur ein Charakter in der Geschichte eines anderen sind.“ Er sei vor allem ein starker Mensch gewesen, dem viel am Leben seiner Mitmenschen lag. „Alles, für was Tupac stand, macht ihn zum größten Rapper aller Zeiten.“

Regram from @alleyezmovie 2 of Amerikaz Most Wanted wit @yg 🙏🏿 RIP Pac 🌹

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