Übrigens: Du kannst deine Drogen auch auf Tinder kaufen

Die Dating-App Tinder ist nicht nur da, um die schnelle Liebe zu finden. Neuerdings nutzen auch Dealer die App, um ihre Partydrogen zu verkaufen.

© Picture Alliance / dpa (li.) & Yuri Cortez/AFP/Getty Images (re.), Collage: ze.tt

Swipe for weed. © Picture Alliance / dpa (li.) & Yuri Cortez/AFP/Getty Images (re.), Collage: ze.tt

Sich seine Drogen zu beschaffen, ist – abhängig vom Aufwand – mit mehr oder weniger großem Unwohlsein verbunden. Ob du zu deinem Dealer vor der Haustür ins Auto steigst, ob du suspekte Leute im Club/Park/Parkplatz ansprichst, oder ob du Freunde von Freunden von Freunden anflehst, die du eigentlich gar nicht kennen willst. Unter Umständen stehst du am Ende sogar mit Backpulver oder getrocknetem Basilikum da. Der Prozess des Drogenkaufs ist nie wirklich angenehm und trotzdem manchmal notwendig. Diese Unannehmlichkeiten sind Geschichte, denn der neue Drogen-Umschlagplatz ist jetzt im Social Web – und zwar auf Tinder.

The Guardian berichtet, dass Drogendealer immer mehr zu Social Media-Plattformen und Apps, wie Instagram, Tinder, Kik und der Shopping-App Depop abwandern. Dort werden angeblich nicht nur verschreibungspflichtige Medikamente und diverse Chemikalien verkauft, sondern auch Partydrogen. Hauptabnehmer*innen wären Teenager.

Bei Tinder reicht ein einfacher „Ja, ich will“-Wisch nach rechts beim entsprechenden Profil mit mal mehr, mal weniger offensichtlichen Zeichen. Manche User nutzen beispielsweise eine Marihuana-Knospe als Profilbild, teilweise sogar inklusive der Telefonnummer oder anderen Kontaktinfos in der Beschreibung. Andere machen es nicht so offensichtlich und verstecken die Substanzen in Medizinfläschchen oder Tablettenkapseln. Zu beachten ist allerdings, dass der Großteil der Anbieter aus Ländern kommt, wo der Konsum von Marihuana legalisiert ist. Also nicht voreilig sein.

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Vorsicht vor Creeps. | © Giphy

Bei Instagram gibt es diverse Verkaufs-Hashtags, wie zum Beispiel #weedforsale oder #mdma, die durch die Suchfunktion fast schon zu einfach zu finden sind. Einmal fündig geworden, müssen sich die Businesspartner bei beiden Plattformen natürlich treffen. Oder sie vertrauen sich so sehr, dass sie den ganzen Deal online abwickeln, samt Zahlung und Versand. Eine Garantie, dass das richtige Zeug auch wirklich bekommt, gibt es nicht. Dass es trotzdem funktionieren kann, zeigt ein Bericht der englischen Nachrichtenseite Echo.

Geht es um Verherrlichung von Drogen, ist Instagram längst vorne mit dabei. #Girlswhosmokeweed ist ein weit verbreiteter Hashtag, mit mehr als 1,3 Millionen Einträgen. Er zeigt junge Frauen, die ihren Weed-Konsum offen leben. „Für den Kauf oder Verkauf von Marihuana zu werben, geht gegen unsere Benutzungsrichtlinen“, sagte der Instagram-Pressesprecher dem Guardian. Ob und wie die Online-Plattformen dagegen vorgehen, ist nicht bekannt.