Comedian John Oliver: „Mit Putin zu verhandeln ist, als würde man einen Bären umarmen“

Donald Trump philosophiert gerne darüber, wie toll es doch wäre, wenn die USA und Russland „wieder miteinander klar“ kämen. Aber so einfach ist das nicht, wie ihn John Oliver jetzt belehrt.

„Es ist nicht so fucking easy!" Screenshot | Last Week Tonight

Der aktuelle US-Präsident war sich bisher nicht sicher, ob er eine Beziehung zu Vladimir Putin pflegt oder nicht. Zumindest widersprach er sich in allen Interviews zu diesem Thema selbst. Wie so oft: Trump drehte sich die Wahrheit eben so zurecht, wie er sie im Moment gerade brauchte.

Mal wollte er nie etwas mit ihm zu tun gehabt haben, mal feierte er ihn als „sehr sympathischen“ Menschen. In jüngster Zeit gibt Trump sich Putin gegenüber aber grundsätzlich bauchpinselnd. Auf Pressekonferenzen betont er, wie super es doch wäre, wenn die USA und Russland „wieder miteinander klar kommen“ würden. Aus Trumps Mund klingt das immer flockig, als wäre das ein Ziel, das leicht erreicht werden könnte. Seine russlandfreundlichen Aussagen lösen in den USA aber eher Unbehagen aus.

Wie der britische Comedian John Oliver Trump in seiner aktuellen Sendung jetzt erklärte, sei es weder einfach noch erstrebenswert, sich ernsthaft gut mit Putin zu stellen. Im Gegenteil: Putins Politik und Einstellung seien nicht im Ansatz mit den Werten der USA vereinbar. Und wer versuche, sich mit Putin anzufreunden, der könne laut Oliver auch gleich einen Bären umarmen. „Außerdem ist es ein bisschen seltsam, dass Trump mit Putin freundlicher umgeht als mit Meryl Streep“, sagte Oliver in seiner Show Last Week Tonight.

Techno soll Trump erklären, wer Putin ist

Oliver geht auf den Fall von Michael Flynn ein, Trumps ehemaligen Sicherheitsberater. Dieser hatte private Diplomatie mit Russland gepflegt, den Vizepräsidenten diesbezüglich belogen und musste deshalb seinen Posten verlassen. Das ist brisant: Der Sicherheitsberater hat eine Schlüsselposition in der US-Regierung inne, weil er dem Präsidenten sicherheitspolitische Handlungsoptionen vorschlägt. Es scheint, als stolpere die Trump-Regierung andauernd über Russland. Die neue Bewunderung für Putin sei daher mindestens „gefährlich“, sagt Oliver.

Um Trump das Dilemma zu erklären, dichtete Oliver einen populären russischen Techno-Pop-Song um, in dem Putin für seine Stärke und Männlichkeit gepriesen wird. Jetzt singen fünf leichtbekleidete Frauen (ab Minute 18:35): „Nimm dich in Acht vor Putin, er ist unbarmherzig. Wenn du nicht aufpasst, sind wir geliefert. Ein Mann wie Putin ist gefährlich, dass wir dir das erklären müssen, ist wirklich traurig. Ein Mann wie Putin will nur Macht. Er fälscht sogar Tapes mit deiner Golden Shower.“ Oliver wünscht sich, dass sich die Zeilen als Ohrwurm bei Trump festsetzen.

[Außerdem auf ze.tt: John Oliver will Trump Fakten einpflanzen]

John Oliver scheint eine neue Berufung gefunden zu haben: Er klärt den aktuellen Präsidenten der Vereinigten Staaten darüber auf, wie Politik funktioniert. Der Satiriker produzierte schon vergangene Schulungsvideos für Trump, mit denen er ihm per TV einfache politische Fakten erklärte. Er nannte Trump einen pathologischen Lügner, dem es schlicht an Allgemeinwissen fehle. Und weil Trump laut eigenen Angaben viel Kabelfernsehen konsumiere, sei er dort am besten erreichbar.

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