US-Debatte: Trump will sich für Pussy-Spruch entschuldigen – und scheitert kläglich

Sonntagabend fand in den USA die zweite Präsidentschaftsdebatte statt. Klarer Sieger: Hillary Clinton. Trump wurden seine Verbalattacken gegen Frauen zum Verhängnis.

© Win McNamee/Getty Images

Trump verteidigt sich. Und macht Amerika wieder great. © Win McNamee/Getty Images

Es muss Trumps schlimmster Albtraum gewesen sein: Zwei Frauen (Hillary Clinton und Moderatorin Martha Raddatz) und ein schwuler Mann (Moderator Anderson Cooper) konfrontierten ihn bei der zweiten US-Debatte mit seinen frauenfeindlichen Äußerungen.

Am Freitagabend hatte die Washington Post ein Video veröffentlicht, in dem Trump seine Aufreiß-Strategien kundtut. Wenn er eine schöne Frau sehe, wolle er sie einfach küssen, erklärt er in dem Clip. „Es ist wie ein Magnet. Und wenn du ein Star bist, lassen sie es dich tun“, erklärt er. Man könne sie an ihrer Muschi packen, „du kannst alles tun“.

In einem Statement hatte er sich bereits für die Aussagen entschuldigt. Außerdem überraschte Trump vor der Debatte mit einer Pressekonferenz, in der er mit vier Frauen auftrat. Allesamt unterstützen Trump. Eine der Frauen bezichtigte Bill Clinton, Ehemann der Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton, der Vergewaltigung. Trumps Strategie war es, Hillary Clinton ebenfalls als Nicht-Feministin darzustellen.

Dennoch wurden ihm seine Prahlereien zu sexuellen Übergriffen bei der Debatte zum Verhängnis. Trump versuchte, sich auf gewohnt-bizarre Weise rauszureden. Er entschuldigte sich bei seiner Familie und dem US-amerikanischen Volk – und spielte sein Gelaber als „locker room talk“ runter, als Sprüchegeklopfe aus der Umkleide. Doch darauf wollte Moderator Cooper es nicht beruhen lassen und nagelte ihn fest:

Cooper: „Sie haben ihre Kommentare als Umkleidekabinen-Gespräch abgetan – Frauen ohne ihr Wollen zu küssen, ihre Genitalien anzufassen. Das ist klar sexuelle Nötigung. Sie haben damit angegeben, das Sie Frauen sexuell genötigt haben.“
Cooper: „For the record: Würden Sie, was sie vor elf Jahren im Bus gesagt haben, heute bestätigen?“
Trump: „Ich habe den größten Respekt für Frauen. Niemand respektiert Frauen mehr als ich.“
Cooper: „Also, Sie haben das nie gesagt?“
Trump: „Ganz ehrlich: Ich habs gesagt. Ich schäme mich dafür. Ich habe den allergrößten Respekt für Frauen.“
Cooper: „Haben Sie solche Dinge jemals auch getan?“
Trump: „Nein, habe ich nicht. Und ich werde Ihnen erzählen, wie ich unser Land sicher machen werde …“

Viele US-Medien sehen Trump klar als Verlierer der Debatte – so beispielsweise Vox, die Washington Post und auch CNN.

Umkleidekabinen-Gespräche? So nicht.

Über die Formulierung „locker room talk“ regten sich auf Twitter zahlreiche US-Sportler auf. In Umkleidekabinen würde solcher Stuss nicht geredet, wie Trump behaupten würde.