US-Muslime zeigen Trump mit #MuslimsReportStuff, was sie von ihm halten

Donald Trump rief in der zweiten US-TV-Debatte Muslime dazu auf, verdächtige Vorkommnisse sofort zu melden. Auf Twitter kommen sie seiner Bitte nach. Allerdings nicht so, wie Trump es sich wünscht.

Trump will, dass Muslime ungewöhnliche Vorkommnisse melden. Sie kommen seiner Bitte auf Twitter nach.

muslimsreportstuff-trump-debate Trump will, dass Muslime ungewöhnliche Vorkommnisse melden. Sie kommen seiner Bitte auf Twitter nach.

Bei der US-Debatte am Sonntag konnte das Live-Publikum im Studio Fragen an Hillary Clinton und Donald Trump richten. Ein muslimischer Zuschauer konfrontierte Trump mit der wachsenden Islamfeindlichkeit in den USA. Die hatte der US-Präsidentschaftskandidat in der Vergangenheit selbst befeuert: Trump forderte etwa, Muslimen die Einreise zu verbieten. Er schlug auch eine Datenbank vor, in der sämtliche US-Muslime registriert werden sollen.

Trump antwortete, es sei wichtig, dass „Muslime kommen und erzählen, wenn sie sehen, dass etwas vor sich geht“. Muslime sollen also Bescheid geben, sobald sie eine potentielle Bedrohung durch religiös motivierten Terrorismus wahrnehmen. Weil sie als Muslime ja als erste Wind von solchen Sachen bekommen, denkt Trump. Nachdem er diese Aussage im TV von sich gegeben hatte, begannen muslimische Twitter-Nutzer*innen unter dem Hashtag #MuslimsReportStuff Meldungen abzugeben.

Sie berichteten Albernheiten – zum Beispiel, dass sie Wäsche gewaschen und das Monster von Loch Ness entdeckt hätten.

Vor allem nutzten sie den Hashtag jedoch, um gegen Trump zu schießen, und meldeten, dass sich ein Verrückter auf das Präsidentenamt bewerben würde oder sie als Muslima täglich Belästigungen durch Trump-Anhänger*innen erfahren würden.

Auch sonst verlief die US-Debatte nicht besonders gut für Trump. Vor allem seine abfälligen Bemerkungen über Frauen, die die Washington Post veröffentlicht hatte, machten ihm zu schaffen.