Vom Smog geplagte Chinesen kaufen kanadische Frischluft in Dosen

Chinesische Großstädte leiden unter Smog. Wer frische Luft atmen möchte, kann sie jetzt kaufen. In Dosen aus Kanada. „Vitality Air“ bietet Luft aus den Rocky Mountains an. Das Geschäft läuft gut. 

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Diese Frau hält der Smog in Peking nicht vom Sport ab – allerdings mit Schutzmaske. Frische Luft müssen Chinesen einführen. © Photo by Feng Li/Getty Images

Wer in chinesischen Großstädten verlässliche Daten über die Luftqualität haben möchte, findet sie bei der amerikanischen Botschaft. Sie betreibt Messstationen in Peking, Shanghai, Chengdu, Guangzhou und Shenyang. Nachdem die Luft Ende November in Peking so dreckig war, dass Behörden dazu rieten, das Haus nicht zu verlassen, leidet jetzt Shanghai unter dem Smog.

Frische Luft kann man in China aber kaufen. Zum Beispiel in Sprühdosen. Aus Kanada. Was zunächst wie ein Witz klingt, ist nach einem Bericht des „Telegraph“ ein überraschend gutes Geschäftsmodell, vom dem auch Firmengründer Moses Lam überrascht war.

Er arbeitet in einer Bank und gründete die Firma mit Freunden im westkanadischen Edmonton im vergangenen Jahr. Einfach so zum Spaß. Wer sollte schon Luft in Dosen kaufen? Wie er dem Telegraph sagte, begann er vor rund zwei Monaten mit der Lieferung nach China.

„Unsere erste Lieferung von 500 Flaschen Luft wurde innerhalb von vier Tagen verkauft.“

Die Luft stammt aus dem Banff National Park in Kanada und wird nach Lams Angaben von Hand in Dosen gefüllt.

Der Banff National Park in den Rocky Mountains. © Photo by David Cannon/Getty Images

Eine Dose mit 7,7 Litern kostet 33 kanadische Dollar (knapp 22 Euro) und soll mehr als 150 Atemzüge ermöglichen. Lam sagte dem Telegraph, dass eine Lieferung mit 4000 weiteren Flaschen unterwegs nach China sei. Die meisten Käufer würden in den Großstädten leben. Sie sind am stärksten von der Luftverschmutzung betroffen.

Frischluft aus der Dose. © Vitality Air

Schon im Jahr 2012 hatte ein chinesischer Multimillionär Luft in Dosen verkauft. Chen Guangbiao griff allerdings auf einheimische Luft zurück – aus Provinzen mit sauberer Luft. Dafür verlangte er allerdings weitaus weniger: Eine Dose kostete rund 50 Cent.