Warum antike Männerstatuen immer kleine Penisse haben

Michelangelos berühmte Statue von David ist bis heute Sinnbild des perfekten, männlichen Körpers. Bis auf ein auffallend kleines Detail – seinen Penis. Doch Davids Kleinpimmligkeit bleibt kein Einzelfall. Warum ist das eigentlich so?

©  flinkerhand / photocase.de

Kein Grund, alles hängen zu lassen. © flinkerhand / photocase.de

Der Blog How to talk about art History von Ellen Oredsson hat es sich zur Aufgabe gemacht, Kunst zu erklären. Die Frage, warum antike Männerstatuen kleine Penisse haben, stellte ihr ein Leser.

Oredsson sagt, dass es dafür zwei Gründe gibt. Grund Nummer eins: Die Penisse sind schlaff. Das macht sie schonmal kleiner. Grund Nummer zwei ist ein wenig komplexer.

Das Schönheitsideal hat sich verändert. Ein großer Penis gilt heute als besonders männlich, mächtig und steht für durchschlagenden Erfolg. Das war früher nicht so. Kleine Pimmel waren beliebter als große Pimmel. Das große Glied galt sogar als hässlich. Das liegt daran, dass große Penisse mit Wolllust und Dummheit assoziiert wurden. Alle Figuren der griechischen Mythologie mit diesen Eigenschaften litten unter einem entsprechend großem Gemächt. Ein Beispiel sind die Anhänger des Dionysos, dem Gott der Freude und des Weins.

Der ideale griechische Mann war rational, intellektuell und autoritär. Ein kleiner Penis hieß nicht, dass er keinen Sex hatte, sondern, dass dieser seiner Coolness nichts anhaben konnte.

Die Römer behielten diesen Darstellungstrend einfach bei und die Renaissance, nun ja, besann sich auf die Antike zurück.

David war in Schockstarre

Für Michelangelos David gibt es laut einem Artikel der Fachzeitschrift „The Age“ noch eine weitere Theorie: Davids Penis hat sich während des Kampfes gegen Goliath vor lauter Angst ganz klein gemacht. Angeblich zeige Davids Gesicht ebenfalls eine Mischung aus Anspannung, Stress und Angst.

Seine entspannte Körperhaltung spricht allerdings eine andere Sprache.