Warum Binge-Watching schädlich ist

Deine Abende mit Sherlock, Frank Underwood und Daenerys Targaryen solltest du nach diesem Artikel canceln.

© Leon Krenz/ze.tt

Binge-Watching ist nicht gut für dich. © Leon Krenz/ze.tt

Tief in dir drin wusstest du schon immer, dass es keine gute Idee ist, die Uni-Hausarbeit links liegen zu lassen und den Tag stattdessen mit Marathon-Serien-Gucken (oder Binge-Watching) zu verbringen. Aber weil heute ja alles wissenschaftlich untersucht wird, gibt es nun fünf von Forschern verifizierte gute Gründe, warum wir alle mit dem Binge-Watchen aufhören sollten.

Es hält dich von wichtigeren Sachen ab

Im vergangenen Jahr konnte eine Studie der Florida State University dokumentieren, dass fast 60 Prozent aller befragten Studierenden wegen Binge-Watching weniger Zeit für ihre Uni-Aufgaben aufbrachten. Die Studie wurde von Cassandra Winland und Captain Obvious durchgeführt. Und auch wenn diese Studie wirklich keine Überraschung ist, es ist gut, dass es sie gibt. Denn jetzt weißt du, du bist nicht allein. Viele Leute haben ein Binge-Watching-Problem.

Binge-Watching ist keine Lösung, Mann!

Binge-Watching ist wie Eiscreme: Sie schmeckt besser, wenn du traurig bist. An der Georgia Southern State University konnte Kathrin Weeler im vergangenen Jahr nachweisen, dass Menschen, die Binge-Watching lieben, eher unter Depressionen oder Angstzuständen leiden als andere. Aber Vorsicht: Das heißt nicht, dass Binge-Watching depressiv macht. Man möchte sogar meinen, dass das Gegenteil der Fall ist: Wenn wir traurig sind, wollen wir uns lieber für Stunden über Stunden berieseln lassen, um nicht an unsere Probleme in der echten Welt denken zu müssen.

Lasst die Heilung des gebrochenen Herzens beginnen! © giphy

Aber genau wie Eiscreme ist auch Binge-Watching keine Lösung! Frust solltest du aufarbeiten, mit Freunden darüber reden – und dich mit deinen Gedanken nicht in Serien-Welten vergraben.

Dauer-Gucken schadet deinem Schlaf

Stundenlang vor dem Bildschirm auf der Couch rumzudösen müsste doch eigentlich super entspannend sein – da schläft man am Ende bestimmt gut ein, oder? “Falsch” urteilt eine Forschergruppe um Jessica Sloan Kruger von der University of Ohio: Dass Binge-Watching tatsächlich schlecht für unseren Schlaf ist, konnte Kruger im vergangenen Herbst beobachten. Ihre Erkenntnis: Bei mehr als einem Drittel der befragten Binge-Watcher konnten die Forscher nach einem langen Serien-Abend verstärkt Schlafstörungen oder Schlafmangel feststellen. Und: Je öfter die Befragten regelmäßig ihre Abende mit Binge-Watchen verbrachten, desto schlechter auch ihr Schlaf im Allgemeinen.

Du bist wahrscheinlich in einer hoffnungslosen Beziehung mit deinem Lieblings-Charakter gefangen

 

Raj Devasagayam hat nicht nur einen Namen, mit dem er super in “Game of Thrones” passen würde, der Professor am Siena College in New York hat auch Spannendes über unseren Serienkonsum herausgefunden. In seiner letzten Personen-Befragung zum Thema Binge-Watching kam Devasagayam zu dem Schluss, dass über 60 Prozent aller seiner Befragten schon einmal eine emotionale einseitige Beziehung zu einer Serienfigur geführt haben. Ja, ein bestimmter Charakter aus “Game of Thrones” ist vielleicht ein echt cooler Typ mit richtig süßen Locken – aber du solltest dich nicht in ihn verknallen, verdammt!

Cliffhanger sind nicht für jeden was… © giphy

Als jemand, der schon einseitige Beziehungen zu echten Menschen geführt hat, kann ich dir sagen: Das ist mies, du solltest jetzt sofort aufhören.

Die Serie macht nicht mehr Spaß, nur weil du sie länger guckst!

Das ist das Kernargument eines jeden Binge-Watchers: “Das Gucken am Stück macht viel mehr Spaß!” Offenbar ist das Gegenteil der Fall, die Studie von Matthew Pittman und Kim Sheehan von der University of Oregon stellt diese Annahme auf den Kopf: Unser Seriengenuss sinkt, wenn wir uns mehrere Folgen einer Staffel nacheinander reinziehen. Warum ist das so? Diese Frage kann an und für sich jedes Kindergartenkind beantworten: Jede neue Folge, die wir sehen, ist eine Art Belohnung, ein Glücksgefühl. Stell dir deine Lieblingsshow wie eine Torte vor. Das erste Stück ist noch unfassbar lecker, ein Riesenspaß! Aber schon nach dem zweiten oder dritten Stück sinkt der Fress-Spaß, irgendwann ist es halt nur noch Torte – und nicht mehr DIE Torte.

Jeder liebt ein gutes Stück Torte. © giphy

Um richtig genießen zu können, muss man sich seinen Spaß in kleine Portionen einteilen. Und die gönnt man sich dann über einen längeren Zeitraum hinweg – einzeln mit viel größerem Hunger  und dann auch mehr Spaß dabei. Das gilt für Torten-Stücke genauso wie für Serien-Folgen. Hör also auf mit dem Binge-Watchen, und mach Serien-Diät.

Ohne Binge-Watching kriegst du mehr erledigt, du schläfst besser, du bist nicht mehr in eine Serien-Figur verknallt und hast tatsächlich mehr Spaß, wenn du deine Show dann mal wieder siehst. Aber wem machen wir was vor? Dieser Artikel ist für dich wahrscheinlich nur eine kurze Lese-Pause, bis die nächste Folge von was auch immer auf deinem Rechner fertig geladen hat.

Quelle: © favoritememes