Warum dein Handy schuld daran ist, dass du Single bist

Unsere Smartphones sind längst mehr als nur Kommunikationsgeräte, sie sind ein Distinktionsmerkmal. Das hat Folgen: Mit kaputtem Display oder einem Uralt-Modell ruinierst du dein erstes Date genauso wie mit ungewaschenen Haaren.

Das Smartphone kann Dates zerstören. Chevanon Photography/Pexels/CC0

Was in unseren Handys passiert, hat maßgeblichen Einfluss auf unser Liebes- und Sozialleben. Wissen wir. Aber wie dich dein Gegenüber beim Kennenlernen wahrnimmt, hört nicht bei deinem Profilbild auf diversen Social-Media-Plattformen auf. Dein Handy repräsentiert dich heute ebenso wie deine Kleidung, deine Frisur oder deine Wohnung.

So kann es schon mal passieren, dass der sehr gut bezahlte Neuzugang im Kollegium nach dem Zücken eines abgenutzten 2011er-Modells plötzlich irgendwie geizig und gestrig rüberkommt. „Und mit dem Ding kannst du arbeiten?“ Und wenn du ein speckig abgegriffenes Smartphone aus der Tasche ziehst, ist es gar nicht mal unwahrscheinlich, dass dein Gegenüber vermutet, dass bei dir daheim die Pizza langsam am Tisch festschimmelt. „Gehst du mit all deinen Sachen so mies um?“

Diese These ist dir zu steil? Die Wissenschaft zeigt, dass dein Smartphone mehr über dich sagt, als du denkst.

Du bist, worauf du tippst

Eine US-Studie hat 2016 herausgefunden, dass es keineswegs Zufall ist, ob du Android- oder iPhone-Nutzer*in bist. Das hat etwas mit deiner Persönlichkeit zu tun. Die Macher*innen behaupten sogar, sie könnten ihre Studienteilnehmer*innen auf Basis ihrer Handynutzung charakterlich verorten. iPhone-Jünger*innen seien zum Beispiel in der Regel emotionaler als Android-Nutzer*innen, heißt es in der Zusammenfassung. Gleichzeitig seien sie aber auch unehrlicher und betrachten ihr Smartphone häufiger als Statussymbol statt als reines Nutzgerät – in 60 Prozent der Fälle liegen die Forscher*innen mit ihren Vorhersagen richtig.

Gruselig. Denn seien wir ehrlich: Naiv ist, wer 2017 noch glaubt, dass die Kaufentscheidung beim Smartphone eine rein rationale ist und dass der Griff zu einem bestimmten Modell lediglich von Dingen wie persönlichem Designgeschmack, Bedienerfreundlichkeit oder Serviceumfang abhängt. Nein, dazu fallen viel zu oft Sätze wie: „Du und ein iPhone? Das passt ja so gar nicht.”

[Außerdem auf ze.tt: Die Mutter aller Handys kommt zurück: das Nokia 3310]

Dein Handy wird als Teil von dir wahrgenommen. Es muss nach außen den gleichen Ansprüchen genügen wie dein neues Outfit. Es muss ins Bild passen und erzeugt damit einen völlig überflüssigen und diffusen Druck. Kein Wunder also, dass wir ständig der sichersten Schutzfolie und dem ausgefallensten Case nachjagen und beim Entdecken einer neuen Schramme im Display innerlich schmerzerfüllt zusammenzucken.

Gleich und Gleich gesellt sich gern

Aber es wird sogar noch schlimmer. Nicht nur Forscher*innen scheint deine Markenwahl zu interessieren, sondern auch deine zukünftige Romanze. Willst du deine*n Wunschpartner*in beim ersten Date von dir überzeugen, dann finde lieber erst mal heraus, auf welchem Modell er*sie sich durch Tinder wischt. Denn auch hier könnte ein Match von Vorteil sein.

Das legt die Studie Singles in America nah. Im Großen und Ganzen verraten uns ihre Ergebnisse nur, was schon unsere Großeltern wussten: Gleich und Gleich gesellt sich gern. Neu ist dabei aber, dass auch das Betriebssystem deines Handys eine Rolle spielt.

[Außerdem auf ze.tt: Wie lange bis zum iPhone, wenn die Menschheit bei Null anfangen müsste]

So wollen die Macher*innen der Studie herausgefunden haben, dass iPhone-Besitzer*innen ihr Gegenüber 21 Mal häufiger unsympathisch finden, wenn während des ersten Treffens ein Android-Gerät auf dem Tisch landet. Andersherum ist das Rudelverhalten nicht ganz so ausgeprägt. Aber auch Nutzer*innen des Betriebssystems von Google neigen mit 15-fach erhöhter Wahrscheinlichkeit zur Absage des zweiten Dates. Unabhängig vom Hersteller empfinden 56 Prozent der Befragten ein altes Gerät als unangenehm und 14 Prozent können kaputte Displays nicht leiden.

Natürlich müssen solche Zahlen mit Vorsicht genossen werden, aber ganz aus der Luft gegriffen sind sie nicht. Jede*r kennt womöglich die langatmigen Diskussionen über das Für und Wider von Apple und Google, wenn eine Neuanschaffung im Freundeskreis akut wird. „Ist einfach praktischer, wenn wir alle iMessage haben”, hört man dann. Aber will man sich nicht auch irgendwie zusammengehörig fühlen?

Smartphones sind ein Distinktionsmerkmal, unbewusst scheinen sie auf unser Gegenüber zu wirken. Vielleicht ist es der beste Weg aus dieser Nummer raus, das Handy einfach öfter in der Hosentasche zu lassen. Sagt auch die Statistik. Ist das Handy beim ersten Date nicht zu sehen, erhöht das laut Singles In America-Studie die Chancen auf ein zweites um 75 Prozent.

Außerdem auf ze.tt