Warum die Vorwahlen in Iowa so wichtig für die USA sind

Wen stellen die Republikaner und Demokraten als Kandidaten für die US-Präsidentenwahl auf? Am heutigen Montag finden in Iowa die ersten parteiinternen Abstimmungen statt. 

© Justin Sullivan/Getty Images

Bis November kaum eine Pause: Am 01. Februar beginnt das Rennen um den Platz im Weißen Haus © Justin Sullivan/Getty Images

Am 8. November 2016 wählen die Amerikaner ihren neuen Präsidenten – oder ihre neue Präsidentin. Mit der heutigen Vorwahl in Iowa beginnen die Abstimmungen über die Kandidaten der zwei Parteien. Die Vorwahlen in den 50 Bundesstaaten entscheiden darüber, wer für die Demokraten und Republikaner ins Rennen um die Präsidentschaft geht. Das endgültige Ergebnis steht im Juli fest.

Mit drei Millionen Einwohnern macht Iowa nicht einmal einen Prozent der amerikanischen Bevölkerung aus. Dennoch sehen Amerikaner die erste Vorwahl als Stimmungsbaromater für die kommenden Monate des Wahlkampfs. Hier sind die wichtigsten Fakten:

Io-where?

Der Bundesstaat Iowa liegt in der Prärie des Mittleren Westens der USA. Die Gegend ist sehr ländlich, es gibt nur wenige Städte. Die Wähler sind christlich und eher konservativ. Bewaffnet mit Bibeln, Kuchen und Smartphones beginnen die Kandidaten dort am Montag ihren langen Weg ins Weiße Haus, wie die Tagesschau berichtet.

Wie läuft die Wahl ab?

Beide Parteien halten in Iowa sogenannte Caucuses ab. Das sind öffentliche Versammlungen, zu denen die Parteien einladen. Ab 19 Uhr präsentieren die Präsidentschaftskandidaten in Schulen, Sporthallen und Gemeindesälen ihr politisches Programm. Erst dann wird gewählt – bei den Republikanern anonym und geheim.

Bei den Demokraten läuft es etwas anders ab: Nachdem sich die Kandidaten vorgestellt haben, stellen sich die Mitglieder auf die Seite des Kandidaten, den sie präferieren. Somit kann jeder sehen, wer für wen stimmt.

Wer sind die Kandidaten?

Im diesjährigen Wahlkampf kämpfen vor allem diese Kandidaten gegeneinander: Donald Trump gegen Ted Cruz auf der Seite der Republikaner und Hillary Clinton gegen Bernie Sanders bei den Demokraten.

Donald Trump

Der Milliardär ist wohl der lauteste unter allen Kandidaten. Er fällt vor allem durch seine aggressiven und polemischen Äußerungen auf. Er beleidigt Frauen und hetzt gegen Muslime. Seine Anhänger empfinden seine Selbstbezogenheit und Dominanz als Stärke. Viele Amerikaner sehen in ihm einen Hoffnungsträger, der den verloren gegangenen amerikanischen Traum zurückbringen soll.

Ted Cruz

Trumps größter Konkurrent ist der erzkonzervative Ted Cruz. Seine Politik ist zwar nicht so lautstark wie die seines Gegners, aber seine Ansichten sind nicht weniger radikal: der strenggläubige Christ aus Texas lehnt die Homo-Ehe ab und will den IS flächendeckend bombardieren.

Ginge es nach Trump, dürfte sich der in Kanada geborene Cruz gar nicht erst zur Wahl stellen. Den Vorwurf ließ sich der Texaner nicht gefallen und lieferte sich bei einem TV-Duell vor knapp zwei Wochen einen harten Schlagabtausch mit seinem Kontrahenten. In sieben Videos fasst die Süddeutsche zusammen, wofür Ted Cruz steht: Waffenliebe, Religion und Konservatismus.

Hillary Clinton

Sie ist die Spitzenkandidatin der Demokraten. Bereits 2008 stellte sie sich zur Wahl. Damals holte sie sich eine Abfuhr der Wähler ab, die sich in den Vorwahlen für Obama entschieden. In diesem Jahr setzt sie auf Bürgernähe und Vertrauen. Als Frau des ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton wirbt sie damit, Erfahrung aus dem weißen Haus mitzubringen. Den Wahlkampf macht sie damit zur Familiensache. In den Umfragen belegte sie bisher mit rund 45 Prozent stets den ersten Platz.

Neue Details zur E-Mail-Affäre könnten ihr allerdings zu schaffen machen. In ihrer Zeit als Außenministerin soll sie E-Mails mit geheimen Informationen über einen privaten Server verschickt haben. Ihr Mitstreiter Bernie Sanders und die Kandidaten der Republikaner nutzten die neuen Erkenntnisse sofort für einen Angriff gegen sie. Trump twitterte, sie sei ein „nationales Sicherheitsrisiko“.

Bernie Sanders

Für die Konservativen ist er ein politischer Sonderling, doch bei jungen Wählern kommt der selbsterklärte „demokratische Sozialist“ gut an. Er setzt sich für ein faires Gesundheitssystem und die Umverteilung von Reichtum ein. Denn auch in den USA wird die Schere zwischen Armen und Reichen immer größer. Die Mittelklasse fürchtet um ihren Wohlstand.

ze.tt hat Bernie Sanders und sein politisches Programm in diesem Artikel vorgestellt.

Wie könnten die Wahlen ausgehen?

In den Umfragen stehen derzeit Clinton mit über 50 Prozent und Trump mit 35 Prozent an der Spitze.