Warum Geduld sich lohnt

Ungeduld schadet niemandem, außer dem Ungeduldigen. Leider lässt sie sich nur schwer bekämpfen. Warum es sich trotzdem lohnt.

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Warten nervt. Aber genervt sein schadet uns. © pexels.com (CC0)

Warteschlangen sind das Schlimmste. Ich spüre, wie ich älter werde, mein Rücken tut weh, kann der Typ da nicht mal schneller bezahlen und die will doch jetzt nicht ernsthaft noch Zigaretten haben? Oh Mann. Nach einer schmerzhaft gefühlten Ewigkeit bin ich dran und nach gefühlten Sekunden raus aus dem Supermarkt. Wieder drei Minuten meines Lebens in einer Warteschlange vergeudet.

Wartezeit tut uns weh. Das liegt daran, dass wir die Zeit besonders intensiv wahrnehmen – und weil in dieser Zeit nichts und wieder nichts bemerkenswertes passiert, zumindest nicht außerhalb unseres Gehirns, haben wir sie hinterher auch vergessen. Was richtig unfair ist: Pünktliche Menschen müssen am häufigsten warten. Na super.

Geduld ist gut für den Körper

Was uns von der Ungeduld erhalten bleibt, ist das Stresslevel, dass sich in unserem Körper aufgebaut hat. Die ausgeschütteten Hormone können sogar unserem Körper schaden: Das Herz schlägt schneller, der Blutdruck steigt. Bei Stress schüttet der Körper außerdem Cortisol aus – wir bekommen Hunger. Gleichzeitig arbeitet die Verdauung schlechter; wir werden fett.

Es gilt für Warteschlangen, für unpünktliche Freunde, junge Kollegen oder alte Menschen im Straßenverkehr: Wenn wir ungeduldig sind, dann schaden wir uns nur selbst. Noch dazu, ohne etwas am Problem zu verändern.

Ungeduld behindert uns und schadet der Psyche

Unser innerer Stress ist nicht nur sinnlos bei der Problemlösung. Er kann uns sogar daran hindern, voranzukommen, hat die Psychologin Sarah A. Schnitker beobachtet. In ihrer Studie, veröffentlicht im Fachmagazin Journal of Positive Psychology hat sie Menschen nach ihren Zielen gefragt, außerdem nach verschiedenen Faktoren, die den Weg zum Ziel beeinflussen. Geduld half den Teilnehmern dabei, ihre Ziele zu erreichen und Hindernisse zu überwinden, schreibt Schnitker. Sie taten mehr für die Uni – und sie waren zufriedener mit ihrem Leben.

In einem weiteren Experiment trainierte sie ihre Probanden in Geduld. Bei einer späteren Überprüfung kam heraus, dass Depressionsmerkmale verringert waren.

Geduldige Menschen sind bessere Freunde und Kollegen

Das hängt mit dem Mitgefühl zusammen, dass wir für Menschen empfinden, die uns nahe stehen. Wer mehr Geduld hat, der kann dieses Gefühl besser in Handlungen umsetzen. Wenn die Freundin seit Wochen über schlaflose Nächte klagt oder der Freund seit Monaten Ärger mit seinem Chef hat. Es ist immer die gleiche Leier, aber es bleibt ja auch das gleiche Problem.

Wir sind gerechter, empathischer und kooperativer, wenn wir uns in Geduld üben, schreibt die amerikanische Unternehmerin Kira M. Newman. Und wir verzeihen schneller. Geduldige Menschen halten einfach mehr aus, wenn sie damit das Leben der Menschen um sie herum einfacher machen, zitiert sie aus einer Studie.


Wir wollen Tipps geben, wie man Geduld üben kann. Leider wissen wir das auch nicht so genau. Für eure Ideen in den Kommentaren sind wir also dankbar!