Warum man To-do-Listen schreiben sollte – und es nicht schlimm ist, sie dann zu ignorieren

Wer To-do-Listen schreibt, schaltet von Reaktion und Aktion und wird automatisch gezwungen, zu priorisieren. Ob ihr die Liste dann tatsächlich nutzt, ist gar nicht mehr so wichtig.

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To-Do-Listen können helfen, dein Leben zu strukturieren. © steffne / photocase.de

Vielen Menschen macht es Spaß, To-do-Listen abzuhaken. Es gibt ihnen ein Gefühl von Kontrolle und ein regelmäßiges, kleines Erfolgserlebnis. Andere dagegen hassen die Listen, weil sie sich nicht als Sklave eines Zettels fühlen möchten und lieber nach Lust und Laune arbeiten. Der Psychologie- und Marketingprofessor Art Markman hat in einem Beitrag für FASTCOMPANY erklärt, wieso erstere im Vorteil sind. Seiner Meinung nach ist es geschickt, eine To-do-Liste zu führen. Es ist sogar gut für euer Gehirn.

Aufgeschriebenes wird weniger vergessen

Wenn man eine Liste schreibt und dafür die Aufgaben plant und priorisiert, muss man Informationen filtern und zusammenfassen. Studien haben gezeigt, dass man sich an das Aufgeschriebene besser erinnert. Je länger man über eine Aufgabe nachdenkt, desto besser die Erinnerung an sie. Darum wundert man sich manchmal, dass man die To-do-Liste, die man geschrieben hat, gar nicht mehr braucht. Man weiß auch so, was zu tun ist.

Priming-Effekt verbessert das Endergebnis

Abstrakte Ziele werden durch die Planung zu konkreten Aufgaben. So behält man besser den Überblick, wie eine Studie gezeigt hat. Die Liste erlaubt es, täglich, wöchentlich oder monatlich zu prüfen, ob ihr auf dem richtigen Weg seid. So erreicht ihr das Ziel leichter. Wenn ihr die Liste erstellt, durchdenkt ihr die Planungsschritte. Dabei fallen euch viele Kleinigkeiten ein, die noch erledigt werden müssen. Das hat auch positive Auswirkungen auf euer Gehirn: Markman zufolge führt eine Art Priming-Effekt dazu, dass ihr mental besser auf die eigentliche Tätigkeit vorbereitet seid und sie dadurch schneller und besser ausführt.

Aktion statt Reaktion

Außerdem schaltet ihr durch eure Liste um, von Reaktion auf Aktion. Den ganzen Tag werdet ihr durch Anfragen von außen abgelenkt, doch nun könnt ihr auf eure To-do-Liste verweisen: Ihr habt jede Menge zu tun, um euer Ziel zu erreichen, und darum die Zeit schon verplant. Ein netter Nebeneffekt.

Von Marleen Stollen auf Business Insider.