Performance-Künstlerin verhaftet, weil sie Aktgemälde im Museum nachstellte

Die Polizei hat eine Performance-Künstlerin aus Luxemburg verhaftet, weil sie nackt in einem Museum in Paris vor einem Gemälde lag – gleiche Pose, gleiche Nacktheit, aber eben live.

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"Der Ursprung der Welt" von Gustave Courbet in Paris. © picture-alliance / dpa

Samstagnachmittag hatte die luxemburgische Performance-Künstlerin Déborah de Robertis auf sich aufmerksam gemacht, indem sie das Motiv eines Gemäldes im Pariser Musée d’Orsay vor Ort nachstellte. Es handelt sich dabei um „Olympia“ von Édouard Manet und zeigt eine Frau, die nackt auf einem Bett liegt. In selber Position und genauso nackt legte sich de Robertis vor das Gemälde auf den Boden. Mit dabei hatte sie eine Handkamera, um die Reaktion der Besucher zu filmen.

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„Olympia“ von Édouard Manet. © picture alliance / Heritage Images

„Es standen viele Leute vor dem Bild“, sagte eine Sprecherin des Museums. Wärter hatten den Saal geschlossen und de Robertis aufgefordert, sich wieder anzuziehen. Das lehnte sie ab. Das Museum rief daraufhin die Polizei, die die 31-Jährige wegen Exhibitionismus‘ festnahm und sie in Polizeigewahrsam nahm. Am Sonntag musste diese laut Le Républicain Lorrain aus medizinischen Gründen kurzzeitig unterbrochen werden. Am selben Abend wurde ihr Fall der Staatsanwaltschaft in Paris übergeben.

Der Anwalt der Künstlerin, Tewfik Bouzenoune, beschrieb das Vorgehen der Behörden als unangemessen. Einen Künstler in Gewahrsam zu nehmen, sei ein schlechtes Signal und zeige eine beunruhigende Prüderie der Justiz.

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Es war nicht das erste Mal, dass Déborah de Robertis mit dem Gesetz in Konflikt geriet. Im Mai 2014 trat sie vor dem Gemälde „Ursprung der Welt“ (L’ Origine du monde) von Gustave Courbet auf. Das 1866 entstandene Gemälde zeigt die Zeichnung einer nackten Frau mit gespreizten Beinen.

Genau das machte Déborah de Robertis auch. Sie setzte sich unten ohne vor das Gemälde auf den Boden, öffnete die Beine und spreizte mit ihren Fingern ihre Vagina. Ihre Performance nannte Déborah „Spiegel des Ursprungs“ und sollte den „Ursprung des Ursprungs“ zeigen.

Die künstlerische Performance dauerte nur wenigen Minuten, bevor sie das Sicherheitspersonal des Museums nach draußen begleitete. Das Museum erstattete auch damals Anzeige. Immerhin bekam sie während ihres Auftritts Applaus von den anwesenden Besuchern (welche die Künstlerin angeblich selbst eingeladen hatte).

Mit ihren Aktionen möchte de Robertis das Verhältnis zwischen Künstler und Kurator sowie Mann und Frau in Frage stellen.