Warum wir gerade mehr Geld für Gemüse zahlen

Nach deinen Einkäufen klafft ein noch größeres Loch im Portemonnaie als sonst? Das Wetter ist schuld daran.

Grünkohl auf deutschen Äckern wird knapp. Foto: Feuerbach/Photocase

Zucchini, Paprika, frischer Salat und Tomaten im Winter? Kein Problem: In Deutschland haben wir uns daran gewöhnt, fast jedes Gemüse und Obst zu jeder Jahreszeit kaufen zu können. In den kalten Wintermonaten stammt das Obst und Gemüse meist aus Spanien, Italien und Frankreich. Das hat seinen Preis – und der ist momentan höher als gewohnt.

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Ende Januar kostete der Eisbergsalat beispielsweise mit durchschnittlich 1,61 Euro in Deutschland mehr als doppelt so viel wie sonst. Die Zucchini kosten im Durchschnitt 4,56 Euro pro Kilo, das sind 114 Prozent mehr als im Jahr davor. Der Grund: Es ist überall zu kalt.

„Salat, Gurken, Paprika und Zitrusfrüchte liegen in Italien unter einer dicken Schneedecke, in Spanien auf überschwemmten Feldern“, schreibt die Badische Zeitung. Und nicht nur in Südeuropa leiden Landwirt*innen unter dem aktuellen Winterwetter.

Auch deutsche Bäuer*innen beklagen insbesondere den frostigen Boden, der seit Wochen keinen Lauch, keinen Rosenkohl, Grünkohl und auch keinen Feldsalat mehr wachsen lässt. „Es gibt immer wieder mal Ausfälle eines speziellen Produkts oder in einem Land, aber das ist gerade eine ausgesprochen ungewöhnliche Situation“, sagt AMI-Marktexperte Michael Koch.

Der Gemüsepreis stieg in den ersten drei Januarwochen um 24 Prozent

Die Wetterbedingungen erschweren den Landwirt*innen die Arbeit, das Angebot wird schmaler. Die Folge sind steigende Preise. Bereits im Dezember 2016 war Gemüse wesentlich teurer als ein Jahr zuvor. Nach Informationen der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) sei der jetzige Kälteeinbruch dafür verantwortlich, dass sich die Situation nicht verbessern konnte.

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Insgesamt ist das Gemüse in den ersten drei Januarwochen um 24 Prozent teurer geworden. Aus diesem Grund werden mehr Produkte als sonst aus Israel und Marokko importiert, zum Beispiel Paprika – der Umwelt tut das nicht gerade gut.