Was Donald Trump sieht, wenn er Twitter öffnet

Wenn Trump twittert, sehen das alle. Aber was sieht Trump auf Twitter? Ein Account gibt Antworten.

Die Filterblase des Donald Trump © Drew Angerer/Getty Images

Dienstagmorgen. Nachdem in Charlottesville ein Nazi eine Frau umbrachte, indem er mit einem Auto in eine Menschenmenge fuhr, retweetete Donald Trump, Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, ein Bild von einem Zug, der einen CNN-Reporter überfährt. Kurz darauf löschte Trump den Tweet.

Was sieht Donald Trump, wenn er Twitter anschaut?

Trump twittert viel, wenn der Tag lang ist. Im Mai berichteten verschiedene Medien, dass Twitter die einzige App sei, die der Präsident überhaupt auf seinem Smartphone hat. Es stellt sich also die Frage: Wie sieht die Twitterblase des Donald Trump aus? Um das herauszufinden, erstellte die Washington Post den Account @trumps_feed. Dieser folgt exakt den 45 Accounts, denen auch Trump folgt. Laut eigenen Angaben wird der Account alle fünf Minuten aktualisiert und gibt so einen Eindruck über Trumps Welt.

Trump sieht vor allem: sich …

Vor allem folgt der Präsident loyalen Mitarbeiter*innen oder Ex-Mitarbeiter*innen und seinen eigenen Organisationen. Kellyanne Conway, Erfinderin der sogenannten alternativen Fakten, findet sich beispielsweise auf der Liste – gerne twittert sie über Trumps Führungsfähigkeiten:

Außerdem findet sich darunter Trumps Anwalt Michael Cohen und der Vize-Präsident Mike Pence.

Reince Priebus war eine Zeit lang Chief of Staff für Trump. Bisher wurde er nicht gelöscht.

Ebenfalls schaut sich Trump gerne an, was die Kommunikationsabteilung seiner Trump Organization so postet. Beispielsweise sieht er so Videos über Golf.

Oder den Ausblick aus einem seiner Hotels.

… und seine Fans

Es ist keine Überraschung: Trumps Medienmenü besteht aus FOX News und seinen Moderator*innen, darunter seine glühendsten Verteidiger wie der bei White Supremacists äußerst beliebte Tucker Carlson.

Für positive Berichterstattung von Fox-Moderator*innen bedankt sich der Präsident auch gern mal:

Abgerundet wird seine Liste mit prominenten Persönlichkeiten aus Sport und Gesellschaft, die ihre Loyalität gegenüber dem Präsidenten aussprachen. So zum Beispiel die US-amerikanischen YouTube-Stars Diamond and Silk.

Es ist anzunehmen, dass Trump außerdem durch seine Mentions scrollt – also Tweets anschaut, in denen er erwähnt wurde. Dort muss er neben Support auch Kritik von der vermeintlichen fake news media einstecken muss, unter welche er beispielsweise CNN zählt.

Dennoch liest Trump wahrscheinlich mehr positive Nachrichten über sich als negative. Dazu beitragen wird das propaganda document, ein Ordner mit guten Nachrichten und schmeichelhaften Fotos, den er laut Vice zweimal am Tag vorgelegt bekommt.